Nahost-Experte über USA im Jemen: „Trump hat Krieg sehr schnell aufgegeben“

Politik

Die Houthi-Miliz im Jemen ist laut Nahost-Experte Guido Steinberg längst weit mehr als eine klassische Rebellenbewegung. Die Miliz kontrolliere große Teile des Nordjemen und habe ihre militärischen Fähigkeiten in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut, betonte der Experte am Montagabend in der ZiB2.

Angriffe auf Saudi-Arabien: Houthi „wollen Macht ausbauen“

„Die wichtigste Ursache ist die iranische Unterstützung“, sagte Steinberg mit Blick auf die Angriffe auf Saudi-Arabien. Die Houthis würden seit Jahren mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen aufgerüstet. Viele dieser Waffen würden inzwischen auch direkt im Jemen produziert.

Steinberg erklärte, die Houthis wollten den Krieg im Jemen militärisch für sich entscheiden und Saudi-Arabien zu einem Frieden nach ihren Bedingungen zwingen. „Sie wollen Geld, sie wollen die Kontrolle über den ganzen Jemen, sie wollen insgesamt ihre Macht ausbauen.“

Regierung im Jemen wird „den Kürzeren ziehen“

Die international anerkannte Regierung sei hingegen stark geschwächt und zersplittert. Unterstützung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten fehle inzwischen weitgehend. „Es sieht so aus, als würde die jemenitische Regierung gegenüber den Houthis über kurz oder lang den Kürzeren ziehen.“

Zweifel an US-Einsatz im Jemen

Eine größere Militärintervention der USA hält Steinberg derzeit für unwahrscheinlich. Bereits frühere Luftangriffe hätten die Houthis nicht entscheidend geschwächt. „Donald Trump hat diesen Krieg sehr, sehr schnell aufgegeben“, sagte Steinberg mit Blick auf frühere US-Angriffe im Jemen.

Die Houthi-Miliz agiere inzwischen „letzten Endes wie ein Staat, allerdings mit einem ganz, ganz mächtigen Militär“. Gleichzeitig führe sie im Norden des Landes ein repressives Regime. „Es ist letzten Endes eine Schreckensherrschaft“, sagte Steinberg. Ein neuer Krieg werde die Lage aus seiner Sicht kaum verändern: „Neuer Krieg wird vermutlich kein anderes Ergebnis haben.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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