Budgetkürzungen: Ärztevertreter warnen vor „drastischen Verengungen“ beim Angebot

Politik

Was für eine Präsenz, man könnte auch sagen: welch ein Aufmarsch. Der Präsident der Ärztekammer, der Ehrenpräsident, der Vizepräsident und auch der Rektor der MedUni Wien: Sie alle setzten sich am Dienstag vor Kameras, um vor „drastischen“ Verschlechterungen im Gesundheitswesen zu warnen.

Nachdem Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) angekündigt hat, den Unis – und sohin auch den Medizin-Unis – die aus deren Sicht für 2028 bis 2030 nötigen 18 Milliarden Euro an Budget nicht zuzugestehen, erinnerten Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart und der Chef der MedUni Markus Müller daran, was dies bedeuten würde: „Spitzenmedizin und -forschung werden leiden, die Wartezeiten und die Versorgung werden sich verschlechtern.“

Müller bleibt dabei: Wenn die MedUni die veranschlagten 14 Prozent minus beim Budget akzeptieren muss, so bedeutet das, rund 200 der insgesamt 1.700 Arztstellen am AKH zu streichen.

Die Zeit drängt

Bei der MedUni Wien ist die Lage besonders drastisch. Denn im Unterschied zu Linz, Graz und Innsbruck, wo ein Teil der Ärzte von den Bundesländern bezahlt werden, sind die AKH-Ärzte zu 100 Prozent auf der Gehaltsliste der MedUni Wien.

Die Zeit drängt. Bis Ende Oktober muss der Budgetplan für die Hochschulen stehen. Und Ressortchefin Holzleitner hat bereits angekündigt, dass die von den Betroffenen geforderten 18 Milliarden Euro nicht machbar sind.

„Die letzte Zahl, die uns mitgeteilt wurde, sind 15,5 Milliarden Euro. Das wäre nicht nur keine Anhebung und kein Inflationsausgleich, sondern auch in absoluten Zahlen ein Rückschritt“, sagt Müller. „Derzeit halten wir bei 16,5 Milliarden.“

Die Ärztevertreter ärgert besonders, dass sich Österreichs Universitäten – und in dem Fall auch die medizinischen – mittlerweile gut im internationalen Wettbewerb behaupten. Der Sparkurs gefährde dies massiv.

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„Reduktion der medizinischen Versorgung“

„Das AKH ist das 20.-beste Spital der Welt“, sagt Ehrenpräsident Thomas Szekeres. „Wir würden gerne noch weiter hinaufkommen. Aber eine Reduktion der Ärztinnen und Ärzte wird das Gegenteil erreichen. Und sie bedeutet eine Reduktion der medizinischen Versorgung.“

Irritiert zeigen sich die Ärztevertreter auch über die Kommunikation bzw. Nicht-Kommunikation des Ministeriums.

Obwohl das Budget bis Ende des Monats stehen muss, gibt es laut Müller wenig bis gar keine Gespräche mit dem Ressort. Kammer-Chef Steinhart bittet deshalb um ein „Spitzengespräch“ mit dem Wissenschaftsministerium, um eine „pragmatische Lösung“ herbeizuführen.

Skylla und Charybdis

Wo und wie im Falle von drastischen Kürzungen gespart werden würde, darauf hat Rektor Müller keine abschließende Antwort. „Es ist die Wahl zwischen Skylla und Charybdis. Wenn, dann müssen wir möglichst gleichmäßig kürzen.“ Denn man könne in keinem der wesentlichen Teilbereiche, ob bei der akuten Versorgung von Patienten, in der Forschung oder auch in der Ausbildung, massiv sparen.

Für Müller steht es außer Zweifel, dass man „immer effizienter arbeiten kann“. Die vom Ministerium bereits im Mai kommunizierten Sparpläne seien aber „überschießend und unverhältnismäßig“.

 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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