Mehr als 100 Millionen Euro: Warum BMW in Steyr massiv investiert

Wirtschaft

Mitten im Produktionshochlauf seiner neuesten Elektromotoren-Generation legt die BMW Group in Oberösterreich nach. Bis zum Jahr 2029 investiert der bayerische Autobauer mehr als 100 Millionen Euro zusätzlich in sein Werk in Steyr, um eine eigene Fertigung für hochkomplexe Leistungselektronik aufzubauen.

Diese Summe kommt noch zu jenem Milliarden-Paket hinzu, mit dem BMW den Standort bereits zwischen 2022 und 2030 für rund eine Milliarde Euro in Richtung Elektromobilität umbaut.

Herzstück der neuen E-Motoren

Konkret geht es bei der neuen Millionen-Investition um den sogenannten Inverter (Wechselrichter). Dieses Bauteil ist das elektronische Gehirn des Elektroantriebs: Es wandelt den Strom aus der Hochvoltbatterie für den E-Motor um und steuert die gesamte Energieübertragung – was direkt über Reichweite und Effizienz des Autos entscheidet. Das komplexeste Bauteil im Inneren dieses Inverters ist das mit Hochleistungs-Halbleitern bestückte Leistungsmodul.

Bisher wurde dieses Modul fertig zugekauft, ab Sommer 2029 übernimmt das Werk Steyr sowohl die vorgelagerte Lieferkette als auch die Montage selbst. Dafür wird vor Ort eine neue Montagelinie in einem eigenen Sauberraum errichtet, in der die zehn Komponenten durch Ultraschallschweißen zusammengefügt werden.

Rüsten gegen Lieferkettenausfälle

Hinter dem Schritt steckt vor allem das strategische Ziel, Lieferketten in Zeiten globaler Krisen abzusichern. „Durch die hauseigene Fertigung des Leistungsmoduls steigen wir nun noch tiefer in die Elektrotechnik ein und können die Komponenten wie Halbleiter flexibel auf den Weltmärkten beschaffen“, erklärt Steyr-Werksleiter Harald Gottsche. Das verbessere die Wettbewerbsposition und verringere „Abhängigkeiten in einem geopolitisch sensiblen Technologiefeld“.

Absicherung von fast 5.000 Jobs

Für das 1979 gegründete Werk in Steyr, das mit rund 4.700 Beschäftigten das weltweit größte Motorenwerk des Konzerns ist, bedeutet das Investment vor allem eine langfristige Standortsicherung. Da Elektromotoren im Vergleich zu klassischen Verbrennern aus deutlich weniger Teilen bestehen, holt BMW gezielt zusätzliche Fertigungsschritte nach Steyr und schult die bestehende Belegschaft für die Elektrotechnik um. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (beide ÖVP) werteten den konzerninternen Zuschlag für Steyr als Erfolg für die „Industriestrategie 2035“, über die das Projekt von Bund und Land gefördert wird.

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Die E-Motoren der sechsten Generation aus Steyr treiben die sogenannte „Neue Klasse“ von BMW an – konkret den neuen Elektro-SUV BMW iX3 (der im ungarischen Debrecen vom Band läuft) sowie die neue Elektro-Limousine BMW i3, deren Serienproduktion im August in München gestartet ist.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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