Marokkos König ernennt erstmals eine Frau zur Ministerpräsidentin

Politik

Marokkos König Mohammed VI. hat erstmals in der Geschichte des Landes eine Frau zur Regierungschefin ernannt. Der Monarch habe Fatima Ezzahra El Mansouri mit der Regierungsbildung beauftragt, teilte der Palast am Dienstag mit. 

El Mansouris liberal-zentristische Partei (PAM) war bei der Parlamentswahl am 23. September stärkste Kraft geworden. Gemäß der Verfassung ernennt der König den Regierungschef aus den Reihen der stärksten Fraktion im Repräsentantenhaus.

König Mohammed VI. behält in der konstitutionellen Monarchie aber weit reichende Befugnisse, insbesondere in der Außen- und Verteidigungspolitik. Die Juristin El Mansouri, die in der scheidenden Regierung als Wohnungsbauministerin diente und Bürgermeisterin von Marrakesch war, wird nun Koalitionsgespräche führen. Die PAM sicherte sich 97 Sitze, gefolgt von ihren bisherigen Koalitionspartnern, der liberal-zentristischen Nationalen Unabhängigkeitsversammlung (RNI) mit 66 und der konservativ-nationalistischen Istiqlal mit 65 Mandaten. 

Obwohl die PAM im Wahlkampf eine weitere Zusammenarbeit mit der RNI ausgeschlossen hatte, zeigte sich El Mansouri zuletzt kompromissbereit erklärte, es gebe bei den Verhandlungen keine roten Linien.

Ansturm auf Ceuta aus Marokko

Die neue Regierung steht vor großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie muss die letzten Phasen der 20 Milliarden Dollar (17,58 Mrd. Euro) teuren Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 überwachen, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichtet. Zudem ist Unzufriedenheit unter Jugendlichen weit verbreitet. 

Das hatte sich zuletzt im Juli in einem massenhaften Ansturm auf die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta sowie in tödlichen Protesten entladen.

Die PAM war 2008 von einem Berater des Königs gegründet worden und positioniert sich als säkular ausgerichtetes Gegengewicht zur islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD). Die PJD kam auf 54 Sitze und kündigte an, in der Opposition zu bleiben. Die Wahlbeteiligung, die als wichtiger Indikator für das Vertrauen in die gewählten Institutionen gilt, sank auf rund 38 Prozent nach etwa 50 Prozent bei der Abstimmung vor fünf Jahren.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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