ÖSV-Hoffnung Eichberger: „Das Skifahren habe ich nicht verlernt“

Sport

Als Stefan Eichberger im Dezember auf dem OP-Tisch lag und sich sein gerissenes Kreuzband zusammenflicken ließ, fasste er einen kühnen Plan. 

„Im Juli fahre ich wieder Ski“, schwor sich der steirische Abfahrer und erntete für sein ambitioniertes Vorhaben einige skeptische Blicke. Immerhin handelte es sich bereits um die zweite schwere Knieverletzung in seiner noch jungen Profikarriere.

Am Wochenende postete Stefan Eichberger auf Instagram ein Video, in dem er am Fuße des Matterhorns schon wieder rasant und elegant seine Schwünge zieht. „Das Knie hält, es fühlt sich alles ganz normal an“, sagte der Speedspezialist nach seinem schnellen Comeback.

Großes Kompliment

Die schwere Verletzung, die er sich bei den Kamelbuckeln im Grödnertal zugezogen hatte, hat erst deutlich gemacht, wie sehr das österreichische Abfahrtsteam tatsächlich auf diesen Stefan Eichberger angewiesen ist. 

Vincent Kriechmayr spielte im vergangenen Winter in der Königsdisziplin den Alleinunterhalter, im Abfahrtsweltcup landeten gerade einmal zwei ÖSV-Läufer in den Top 20.

Stefan Eichberger (25) ist, da sind sich alle Experten einig, das Gesicht der Zukunft im heimischen Abfahrtssport. Vor seinem verhängnisvollen Sprung in Gröden hatte der Kraftlackl in Beaver Creek bereits mit den Rängen 6 und 7 aufgezeigt; „es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sein erstes Rennen gewinnt“, hatte Routinier Vincent Kriechmayr damals prophezeit.

Höllische Schmerzen

So eine Ansage geht bei Eichberger runter wie Öl und hat ihm auch über die schwierigen und frustrierenden Phasen der Reha geholfen. „Die ersten vier Wochen hatte ich höllische Schmerzen. Ich habe einfach nicht verstanden, warum das so weh tut“, erzählt er. 

  Premiere im Tennis: Erster Turniersieg für die Philippinen

Dass er sich 2022 schon einmal nach einem Kreuzbandriss zurückgekämpft hat, war auch nicht immer ein Vorteil. „Ja, ich habe gewusst, was auf mich zukommt. Aber zugleich war mir auch klar, wie lange das dauert und wie hart dieser Weg sein wird.“

Hart im Nehmen

Nicht nur für das operierte Knie, sondern auch für den Kopf. „Es waren sehr, sehr viele schlimme Momente“, gibt der Steirer zu. In den Tagen nach der bitteren Diagnose etwa, als ihm bewusst wurde, dass der Olympia-Winter für ihn gelaufen ist. „Hart war auch, den Kollegen bei den Rennen zusehen zu müssen. Und du liegst daheim.“

Top-Werte

Stefan Eichberger reagierte sich in der Kraftkammer und auf dem Fahrrad ab und versuchte, seinen Abfahrerkörper noch besser zu trimmen. „Ich habe eine gute Eigenschaft: Ich kann mich richtig schinden.“ 

Das Resultat ließ sich dann beim Back-in-Action-Test ablesen, den beim ÖSV jeder rekonvaleszente Läufer durchlaufen muss, bevor er wieder auf die Brett’ln darf. „Körperlich habe ich Topwerte, jetzt brauch’ ich dann halt wieder Abfahrtskilometer.“

6 Meter hoch Schnee

Eichberger wird mit ihm Flieger sitzen, wenn Österreichs Abfahrer in zwei Wochen Richtung Chile abheben, wo die Läufer eine imposante Schneedecke von sechs Metern Höhe erwartet. „Ich weiß, dass ich mein Skifahren nicht verlernt habe. Am Ende des Trainingslagers soll es wieder wie Abfahren aussehen.“

Und dass er ein echter Abfahrer ist, hat Eichberger bereits bewiesen. Die ÖSV-Trainer sehnen die Rückkehr des Steirers herbei. Überhaupt im kommenden Winter mit der WM in Crans-Montana. 

Die Abfahrt in der Schweiz ist mit ihren Gleiterkurven Stefan Eichberger wie auf den Leib geschneidert. „Das ist genau was für ihn“, prophezeit ÖSV-Speedcoach Andreas …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.