Hitze in Spitälern: „Patienten können nicht mehr abfiebern“

Politik

Ob Spitäler, Pflege- oder Seniorenheime: Die Rekordhitze belastet auch Gesundheitseinrichtungen enorm. Das Problem: Klimaanlagen gibt in den meisten Spitälern nur in besonders vulnerablen Bereichen, etwa den Intensivstationen oder OP-Sälen – während sich Patientenzimmer, Ambulanzen oder Wartebereiche teils stark erhitzen.

Ein prominentes Beispiel ist die Klinik Ottakring in Wien. Bereits im Juli berichtete der Falter über Temperaturen von bis zu 39 Grad der Kinderambulanz. Vergleichbares erzählen nun Mitarbeiterinnen, die anonym bleiben wollen, dem KURIER. Die Temperaturen in den Ambulanzen seien während der Hitzewellen so hoch, dass Patienten mit Fieber „nicht mehr richtig abfiebern können“ – auch nicht bei der Vergabe fiebersenkender Antipyretika.

Tücher und Wasser als Gegenmaßnahme

Auch in den weniger heißen Wochen habe es in Ambulanzen übrigens bis zu 31 Grad gehabt. Selbiges gelte für Visitenräume und die älteren Patientenzimmer an der Südfront des Gebäudes. Patienten werde in den Pflegeberichten Fieber attestiert, obwohl sie keines hätten: „Sie haben eine erhöhte Körpertemperatur, weil es so warm ist.“ 

Aber nicht nur die Patienten, auch die Konzentrationsfähigkeit der Ärzte und Mitarbeiter leidet unter den hohen Temperaturen. Welche Gegenmaßnahmen werden gesetzt? Die Personalvertretung habe den Ärzten einmal empfohlen, den Kopf mit einem nassen Mikrofasertuch zu bedecken. „Bei den Patienten kommt das sicher super an, wenn du mit einem Tuch am Schädel auftauchst.“ 

Auf den kurzfristigen Einsatz von Kühltüchern, etwa neben Mineralwasser oder Ventilatoren, verwies Mitte Juli auch eine Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbund (Wigev). Die Altbauten, wie etwa bei den Kliniken Ottakring oder Hietzing, seien eine besondere Herausforderung.

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Ottakring ist kein Einzelfall, das weiß auch Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). Man investiere „in klimafitte Gesundheitseinrichtungen“, betont sie am Dienstag. Schumann verweist auf das Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“, an dem 550 Einrichtungen aus ganz Österreich teilnehmen. Dabei geht es etwa um thermische Sanierung, Beschattung oder die Verbesserung von Klimatisierungssystemen. Klimaanlagen allein sind laut Schumann „nicht die Lösung“.

„Geht nicht um Komfort“

Auch der Wigev betont: „Aufgrund baulicher und hygienischer Anforderungen ist eine flächendeckende Klimatisierung nicht überall möglich.“ Derzeit werden laut Schumann 1.239 Gesundheitseinrichtungen auf ihre Hitzeexposition analysiert. An besonders belasteten Standorten sollen künftig zielgerichtete Maßnahmen folgen.

„Hitze im Spital“ sei in Wien ein Dauerthema, sagt Eduardo Maldonado-González, Vizepräsident der Ärztekammer Wien, zum KURIER. „Wir weisen immer wieder darauf hin, dass eine Reihe von Spitälern noch nicht entsprechend ausgestattet ist.“ Es gehe nicht um Komfort, sondern die Sicherheit der Patienten und akzeptable Arbeitsbedingungen. „Wir appellieren daher an die Spitalsträger, die Kühlung da, wo sie besonders nötig ist, aktiv auszubauen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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