Feuerwehrfrau Alex hat ein Trauma: Bei ihrem letzten Einsatz ist es ihr nicht gelungen, ein kleines Kind zu retten. Seitdem wird sie von Bildern geplagt, in dem das Mädchen hinter einer Flammenwand vergeblich die Hand nach ihr ausstreckt.
Die Szene steht gleich zu Beginn von „Unsafe“ und verfolgt Alex und uns bis zum quälenden Ende. Denn immer, wenn Alex vor einer besonders heiklen Situation steht, poppt ihr das kleine Mädchen in den Kopf. So geschieht es auch bei einem Einsatz, zu dem sie mit ihrem Kollegen Jakob (ein komplett unterforderter Laurence Rupp) gerufen wird. Ein Kind hat sich versehentlich in einem Safe eingesperrt und muss gerettet werden, ehe ihm in dem engen Raum die Luft ausgeht.
Ratlos stehen Alex und Jakob vor dem Tresor, umringt von den Eltern und einem besorgten Nachbarn. In abwechselnden Großaufnahmen starren Einsatzkräfte und Eltern gebannt auf die Zahlenkombination, während hanebüchene Sätze wie „Machen Sie den verdammten Safe auf!“ und: „Dann können wir nur noch Beten“ fallen. Auch ein trommelnder Soundtrack kann keine Spannung herbei zaubern. Einer der bizarren Höhepunkte besteht darin, dass die aggressive Mutter (Alexandra Maria Lara) dem Feuerwehrmann Jakob einen Schraubenzieher in den Oberschenkel rammt. Warum, weiß keiner so genau. Wahrscheinlich der Stress.
Ungefähr bei der Hälfte verlegt sich das steif gespielte Kellerkammerspiel in den ersten Stock des Hauses, wo die Handlung zwangsoriginelle Volten schlägt. Dazwischen gibt es ein paar Rückblicke auf das, was bereits geschah – für den Fall, dass wir es in der letzten halben Stunde wieder vergessen haben. Nach sauberen 90 Minuten, passend fürs Hauptabendprogramm im Fernsehen, kommt der Brandlöscherkrimi zu seiner Auflösung: „Jetzt ist es wirklich vorbei“, seufzt einer der Beteiligten. Was für eine Erleichterung.
INFO: Unsafe. D 2026. 90 Min. Von Thomas Sieben. Mit Jeanne Goursaud, Laurence Rupp.
Source:: Kurier.at – Kultur



