Die Finanzen: Wie Rapid in den roten Bereich rutschte

Sport

Am Tag nach dem 3:0 im Cup-Achtelfinale gegen Vienna veröffentlichte Rapid den jährlichen Geschäftsbericht, dessen Inhalte am 14. November bei der Mitgliederversammlung mit Sicherheit heftig diskutiert werden.

Rapid hat die Saison 2025/26 mit einem deutlichen Minus abgeschlossen. Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, hat die vergangene Saison mit Trainerwechsel, dem Verpassen der K.o.-Phase in der Conference League und teuren Transfers finanzielle Folgen.

Der Klub weist in der konsolidierten Bilanz einen Jahresverlust von 5,82 Millionen Euro aus. In der Vorsaison hatte Rapid noch einen kleinen Gewinn von 23.404 Euro erzielt. Die Gesamtleistung, zu der neben den Umsatzerlösen auch sonstige betriebliche Erträge zählen, erhöhte sich geringfügig von 61,42 auf 61,60 Millionen Euro.

Als Grund nennt Rapid in dem Bericht die sportliche Entwicklung. Die budgetierten UEFA-Einnahmen wurden nicht erreicht, weil die Mannschaft in der Conference League die Top 24 verpasste. Auch national blieb die Saison hinter den Erwartungen. Zusätzliche Belastungen brachte das Fanverhalten im Wiener Derby. Die Sanktionen wirkten sich laut Geschäftsbericht negativ auf die Finanzen aus.

Ein wesentlicher Kostentreiber ist der Profikader. Die Personalkosten erhöhten sich zwar nur von 28,52 auf 28,76 Millionen Euro. Noch stärker stiegen aber die Abschreibungen: Sie erhöhten sich von 4,99 auf 8,03 Millionen Euro. Dahinter stehen laut Rapid vor allem Investitionen in den Kader. Ablösesummen für Spieler werden bilanziell über die jeweilige Vertragslaufzeit verteilt und belasten damit auch die Ergebnisse späterer Geschäftsjahre.

Anstieg der Schulden

Rapid führt in seinem Bericht auch den allgemeinen Kostendruck im europäischen Profifußball als Belastung an. Aufgefangen werde das Minus mit dem Eigenkapital. Dieses sank zum 30. Juni 2026 von 21,63 auf 15,80 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Verbindlichkeiten von 35,94 auf 52,25 Millionen Euro. Die Bankverbindlichkeiten erhöhten sich von 19,26 auf 25,69 Millionen.

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Auch bei den Transfergeschäften stiegen die offenen Beträge deutlich an: Die Verbindlichkeiten aus Spielertransfers stiegen von 5,55 auf 11,78 Millionen Euro. Gleichzeitig lagen die Forderungen aus Transfers mit 11,63 Millionen Euro ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von 4,15 Millionen Euro.

Der Klub betont die wirtschaftliche Belastung durch das negative Jahresergebnis, aber auch das weiterhin deutlich positive Eigenkapital. Der erhöhte Finanzierungsbedarf sei über bestehende Finanzierungslinien und langjährige Finanzierungspartner abgedeckt. Die Finanzierung des laufenden Betriebs sei auf Basis der aktuellen Planung sichergestellt.

Keine Mehreinnahmen aufgrund des Europacup-Ausscheidens

Für 2026/27 hat Rapid laut Geschäftsbericht Maßnahmen zur Reduktion der Aufwendungen im sportlichen, administrativen und operativen Bereich umgesetzt. Die grundsätzliche Transferstrategie bleibe unverändert. Weil aber Rapid heuer die Conference-League-Qualifikation verpasste, entfällt zusätzliches Erlöspotenzial.

Positiv: Einen weiteren Rekord gab es bei der Mitgliederzahl: Am 30. Juni 2026 waren es 25.616.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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