Geldmangel: Skulpturen im US-Pavillon bei der Venedig-Biennale gestrandet

Kultur

Am 22. November endet die weltweit wichtigste Kunstschau, die Biennale von Venedig. Und während sich vor dem östereichischen Beitrag der Performance-Ikone Florentina Holzinger im Österreichischen Pavillon nach wie vor Schlangen von Besucherinnen und Besuchern bilden, wird der prominent in den Giardini platzierte Pavillon der USA seit der Eröffnung ziemlich links liegen gelassen: Die Skulpturen des US-Bildhauers Alma Allen, aus Bronze und edlen Stein gehauen und formal halb abstrakt und halb an Muscheln oder Schnecken erinnernd, entlocken bestenfalls ein gleichgültiges Schulterzucken.

Nun aber bekam die Venedig-Repräsentanz der einstigen Kulturgroßmacht ein weiteres Problem: Ihr fehlt das Geld, um die Skulpturen abzubauen und zurück in die USA zu verschiffen. Das berichtet die New York Times, der ein Schnorrbrief der Kommissärin Jenni Parrido vorliegt. In diesem bittet die Biennale-Verantwortliche Geldgeber um eine dringend nötige Finanzspritze.

In dem mit 2,5 Millionen US-Dollar ohnehin knapp bemessenen Budget würde demnach eine Million Dollar fehlen. Der letzte US-Beitrag auf der Biennale 2024, der den Künstler Jeffrey Gibson in einer viel beachteten Schau präsentierte, schlug sich laut Times mit 5,8 Millionen US-$ zu Buche. 

Von der Tiernahrung zur Skulptur

Die Künstlerauswahl oblag lange Zeit einem Gremium aus US-Kunstexpertinnen und -experten, die Abwicklung sorgte sich eine Agentur, die auch bestens vernetzt im Mäzenatentum der USA war und entsprechende Geldmittel aufzustellen wusste. Unter der Ägide von Donald Trump wurde das System gekippt und dem US-Außenministerium zugeschlagen, das aber nur einen kleinen Teil an Geldmittel zur Verfügung stellt – und die Ausführung einer unbedarften Person überantwortete. 

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Jenni Parrido war vor ihrer Kunstkarriere im Tiernahrungshandel tätig und veranstaltete u. a. Charity-Events für Tiere in Trumps Club Mar-a-Lago in Florida. Auf diesem Weg gelangte sie in den Orbit der MAGA-Bewegung. Ihre rasch ins Leben gerufene Non-Profit-Organisation für den Biennale-Beitrag, die „American Arts Conservancy“, konnte aber offenbar nicht ausreichend Unterstützung aufstellen. Ob der Schnorrbrief daran etwas ändert, wird sich zeigen. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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