3,7 Millionen Menschen im Land sind privat krankenversichert

Wirtschaft

Vor rund zwei Wochen hat SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler eine Debatte über private Krankenversicherungen losgetreten. Diese würden auf Kosten der Allgemeinheit unter anderen Schönheits-OPs der Superreichen finanzieren. „Die private Vorsorge ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, hält nun UNIQA-Vorstand René Knapp dem entgegen.

„Wir sehen uns nicht als Gegensatz, sondern unterstützend zum staatlichen System“, ergänzt Hans Aubauer, Leiter Group Health Insurance bei Marktführer UNIQA. Es seien bereits vier von zehn Menschen in Österreich privat krankenversichert, das seien 3,66 Millionen. Das Wachstum sei sehr stark, seit 2012 seien 700.000 Kunden hinzugekommen, alleine im Vorjahr 86.000. Die Bedeutung der privaten Zusatzversicherung werde weiter zunehmen, so Knapp. Schließlich steige die durchschnittliche Lebenserwartung jedes Jahrzehnt um zwei Jahre. „Wir werden älter, benötigen mehr medizinische Leistungen und zugleich gibt es immer weniger Menschen im Erwerbsalter, die diese Leistungen finanzieren und erbringen können“, sagt Knapp.

Der Zugang zur medizinischen Versorgung werde immer relevanter. „Das trifft auf ein System, das immer mehr unter Druck gerät.“ Das untermauert auch eine Umfrage unter 3.029 Personen zwischen 16 und 60 Jahren. Demnach finden 60 Prozent es wichtig, sich einen Privatarzt leisten zu können. Die monatliche Zahlungsbereitschaft liege bei 55 Euro. Eine Wahlarztversicherung kostet laut Knapp ab rund 35 Euro im Monat, für Sonderklasse im Spital bis zu 100 Euro. Im Neugeschäft würden zwei Drittel der Kunden einen Wahlarzttarif wählen, oft auch für ihre Kinder, so Knapp. Im Bestand sei das Verhältnis umgekehrt. Die Neukunden seien im Durschnitt um die 30 Jahre alt. Kündigen sei immer möglich, die Versicherung könne dies jedoch nicht, stellt Aubauer klar. Prämienanpassungen seien nur nach streng regulatorischen Vorgaben möglich.

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Die Gesundheitskosten hätten mit 61,4 Mrd. Euro im Vorjahr erstmals die 60 Mrd. Euro-Marke übersprungen. 24 Prozent davon seien private Ausgaben, 2,18 Mrd. kämen von den Versicherungen. Die UNIQA ist laut Aubauer mit knapp 43 Prozent klarer Marktführer in dem Segment vor Merkur (19 Prozent) und Wiener Städtische (17 Prozent).

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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