
Der österreichische Pistolenhersteller Glock (2.325 Mitarbeiter) mit Sitz in Deutsch-Wagram und Ferlach ist einer der großen Player auf dem internationalen Faustfeuer-Waffenmarkt. Mit seinen hochmodernen Werken in Niederösterreich und in Kärnten ist das Unternehmen einer der wichtigsten Arbeitgeber in der jeweiligen Region. Glock gewährte dem KURIER einen seltenen Einblick in sein Werk in Deutsch-Wagram.
Dort ist der Spirit von Gründer und Erfinder Gaston Glock, der 2023 im Alter von 94 Jahren verstorben ist, nicht nur durch großflächige Fotos allgegenwärtig, sondern es wird auch sein geschäftliches Credo hochgehalten. „Unsere Werte Perfektion, Zuverlässigkeit, Innovation, Effizienz und Einfachheit sind nicht nur Teil unserer Unternehmenskultur, sondern prägen unser tägliches Handeln für die Marke Glock“, erklärte die Glock-Sprecherin beim Rundgang durch das Unternehmen in Niederösterreich. „Sein Wort zählte. Er hat nichts dem Zufall überlassen. Er hat immer lösungsorientiert und nicht in Problemen gedacht.“
Zwei Schwerpunkte
Gaston Glocks Frau Kathrin, die seit 2010 in leitenden Funktionen in der Unternehmensgruppe tätig ist, setzt den Kurs fort. Sie ist seit 2021 Aufsichtsratsvorsitzende und fällt strategische Entscheidungen. Das operative Business führen zwei Geschäftsführer. Unter Kathrin Glocks Regie wurde das Sturmgewehr GR-115 auf den Markt gebracht, das u. a. bei Spezialeinheiten der britischen Polizei gefragt ist.
Die beiden österreichischen Standorte Deutsch-Wagram und Ferlach haben unterschiedliche Schwerpunkte: In Ferlach liegt der Fokus auf Metallbearbeitung, sprich auf Lauf und Verschluss. In Deutsch-Wagram werden Kunststoffteile gespritzt, gestanzt und geprägt – und hier findet auch der Zusammenbau der Pistolen statt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Glock ist laut Unternehmensangaben die hohe Fertigungstiefe von über 90 Prozent. Heißt: „Nahezu jede Komponente wird vom Rohmaterial weg im Haus gefertigt“, erklärte die Sprecherin dem KURIER. Ob Federn, Schlagbolzen, Abdeckplatten oder der Abzug.
Die 6. Generation
Die Anfang 2026 eingeführte, sechste Pistolen-Generation, kommt laut Glock am Markt „ausgezeichnet“ an. „Es gelingt uns zusätzlich, neue Märkte und neue Kunden zu erschließen“, ergänzt die Sprecherin, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir erwarten im Geschäftsjahr 2026 rund 700 Millionen Euro Umsatz.“ Die Pistole Gen. 6 besteht aus 34 Teilen – nur einem mehr als die ursprüngliche Generation. „Das Design unserer 6. Pistolengeneration vereint wesentliche ergonomische Neuerungen, ein flaches Abzugsdesign sowie das neue Optic-Ready-System“, sagt die Sprecherin. „Das ergonomisches Griffstück mit Handballenwölbung, Daumenauflage und Beavertail unterstützt die intuitive und stabile Handhabung.“
Drei Sicherheitselemente
Die Generation 6 verfügt weiterhin über das sogenannte „Safe Action System“, das seit 46 Jahren integraler Bestandteil jeder Glock-Pistole ist. Es besteht aus drei Sicherheitselementen: einer Abzugssicherung, einer Schlagbolzensicherung und einer Fallsicherung. Über einzelne Großaufträge hüllt sich Glock in Schweigen. Zu den Kunden zählen internationale Polizeibehörden und das Militär.
„Wir haben seit der Unternehmensgründung insgesamt rund 30 Millionen Glock-Pistolen verkauft“, bestätigte die Glock-Sprecherin.
Schwacher US-Dollar
Indes hat das Unternehmen den KURIER auch in den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 Einsicht nehmen lassen, der am Montag beim zuständigen Firmenbuchgericht eingebracht wird. „Traditionell entwickelt sich der für Glock relevante Markt sehr unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung“, heißt es im Lagebericht zur Bilanz 2025. „Das Geschäftsjahr war gekennzeichnet durch die umfassenden Vorbereitungen zur Einführung der neuesten Generation von Glock zu Beginn des Folgejahres.“
Das führte zu einem „temporären Rückgang beim Absatzvolumen der älteren Generationen, da …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



