Gewerbeimmobilien: Bremsen neue Kreditregeln den Wohnbau?

Wirtschaft

Seit geraumer Zeit messen Finanzmarktaufsicht (FMA) und Nationalbank (OeNB) Krediten für Gewerbeimmobilien ein größeres Augenmerk bei. Die notleidenden Kredite in dem Bereich liegen bereits bei mehr als 8 Prozent, im Bereich des gewerblichen Wohnbaus sind es sogar 14 Prozent, eine Verzehnfachung in den vergangenen drei Jahren.

Grund genug für die Hüter des heimischen Finanzmarktes, bei der Vergabe strengere Regeln einzuführen – ähnlich der KIM-Verordnung bezüglich der Vergabe privater Wohnbaudarlehen. Diese sehr umstrittene Regulatorik ist inzwischen mehr oder weniger ausgelaufen. Jedoch sorgt eine neue Regelung für Diskussionen in der Branche. Der im Vorjahr eingeführte sektorale Systemrisikopuffer für Kredite für Gewerbeimmobilien in Höhe von 1,0 Prozent wurde mit 1. Juli verdoppelt. 2027 soll er noch einmal auf 3,5 Prozent ansteigen.

Kredite könnten teurer werden, Bauleistung würde zurückgehen

Banken, aber auch das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo, sehen dies kritisch. Denn dadurch würden sich Kredite verteuern, was zu geringerer Bauleistung am Markt führen werde, so die Befürchtung. Die FMA kann dies gegenüber dem KURIER nicht bestätigen und verweist auf aktuelle Zahlen des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) zum ersten Quartal. 

Weder seien seit Ankündigung der Maßnahme vor zwei Jahren die Kreditkosten gestiegen (sowohl absolut als auch im Vergleich zu anderen Krediten), noch sei das Neuvergabevolumen gesunken. Dies sei kein österreichischer Sonderfall, sondern es habe sich seit der Finanzkrise immer wieder genau so gezeigt, dass besser kapitalisierte Banken nicht weniger Kredit vergeben würden, heißt es dazu aus der FMA.

Gewinner und Verlierer der neuen Regelungen

Die Kredite würden allerdings von schwächer zu stärker kapitalisierten Banken wandern, die dann auch auf mögliche Verluste besser eingestellt seien. Das sei kein unerwünschter Aspekt. Interessant sind auch weitere Kennzahlen zu den Bilanzen heimischer Banken im ersten Quartal:  Die Betriebserträge legten im Jahresvergleich um 13 Prozent auf rund 10,5 Mrd. Euro zu, die Aufwendungen nur um 4 Prozent auf knapp 6 Mrd. Euro. 

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Bei den Risikovorsorgen gab es ein Plus von 127 Prozent auf eine knappe Milliarde Euro. Die gesamten Gewinne stiegen um 14 Prozent auf etwa 3 Mrd.  Euro. Zugleich fiel die harte Kernkapitalquote um mehr als einen Prozentpunkt auf unter 18 Prozent. Laut FMSG fiel die Kapitalisierung infolge der Zukäufe in Südosteuropa. 

Bei Regionalbanken sind Risikokosten deutlich zurückgegangen

Dazu passen auch die Ergebnisse einer Studie zu den heimischen Regionalbanken. Das Beratungsunternehmen zeb stellt dabei fest, dass bei diesen die Risikokosten zwar im Vorjahr deutlich zurückgegangen seien, aber noch immer ein deutlich höheres Niveau als zu Coronazeiten ausweisen würden. Auch der Zinsüberschuss sei klar rückläufig. „Aufgrund des vergleichsweise hohen Anteils an variablen Krediten schlägt sich der Margendruck zu Buche“, sagt Michaela Schneider, Partnerin bei zeb.Austria. Dass die Regionalbanken unter Druck stünden, zeige sich auch darin, dass die Zahl der Institute innerhalb eines Jahres um 20 auf 339 zurückgegangen sei.

„Die nächsten Jahre entscheiden darüber, ob Regionalbanken ihre Ertragskraft stabilisieren und in ihre Zukunft investieren können, oder ob sie in eine Phase deutlich sinkender Eigenfinanzierungskraft geraten. 2026 wird daher zu einem wichtigen Entscheidungsjahr für Banken“, so Schneider. Sie geht grundsätzlich von einer moderaten wirtschaftlichen Erholung aus. Infolge normalisiere sich die Zinsstruktur, Insolvenzen würden   zurückgehen und die Regionalbanken könnten mit steigenden Investitionen in Digitalisierung und …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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