
Nach einer längeren Phase mit vergleichsweise moderaten Preissteigerungen ziehen die Immobilienpreise in Österreich wieder kräftig an. Im ersten Halbjahr 2026 kosteten Häuser und Wohnungen durchschnittlich 3,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie aktuelle Zahlen der Statistik Austria zeigen. amit erreichte der Häuserpreisindex den höchsten Stand seit 2010.
Bestandsimmobilien verteuern sich besonders stark
Besonders deutlich fiel der Preisanstieg bei bereits bestehenden Immobilien aus. Ihre Preise stiegen im ersten Halbjahr um 4 Prozent. Neue Häuser und Wohnungen verteuerten sich hingegen um 3,8 Prozent. „Anders als in den Vorjahren sind die Preise für bestehende Immobilien stärker gestiegen als die neuer Häuser und Wohnungen“, so Statistik Austria Generaldirektorin Manuela Lenk dazu.
Auch Eigentum und Erhaltung werden teurer
Nicht nur die reinen Kaufpreise steigen. Auch die Kosten rund um selbst genutztes Wohneigentum haben sich erhöht. Der sogenannte Owner Occupied Housing Index, kurz OOH, erhöhte sich im ersten Halbjahr um 2,9 Prozent. Damit fiel der Anstieg höher aus als in den beiden Jahren davor. 2025 waren die Preise um 2 Prozent gestiegen, 2024 lag der Anstieg bei 1,9 Prozent.
Der Index berücksichtigt neben der Anschaffung von Wohnraum auch weitere Kosten, die mit dem Eigentum verbunden sind. Dazu gehören etwa Gebühren, Versicherungen sowie Ausgaben für Reparaturen und Renovierungen.
Auch Kauf und Erhaltung werden teurer
Die Kosten für die Anschaffung von Wohnraum stiegen im ersten Halbjahr um 3,0 Prozent. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag der Anstieg bei 1,4 Prozent, 2024 lediglich bei 0,8 Prozent. Der Erhalt des selbstgenutzten Wohneigentums verteuerte sich in der ersten Jahreshälfte um 2,9 Prozent – im Vorjahr lag die Teuerung bereits bei 2,9 Prozent, 2024 sogar bei 4,1 Prozent.
Tatsächliche Kaufpreise als Grundlage
Der seit März 2015 vierteljährlich veröffentlichte Häuserpreisindex bildet die Entwicklung der Wohnimmobilienpreise in ganz Österreich ab. Für die Berechnung verwendet Statistik Austria die tatsächlichen Transaktionspreise aus Kaufverträgen.
Erfasst werden die Käufe von neuen und bestehenden Wohnungen sowie Häusern durch private Haushalte. Die Daten werden quartalsweise ausgewertet. Für die Gewichtung fließen unter anderem die Transaktionsvolumina der Wohnimmobilienkäufe, Wohnbauinvestitionen und Eigenleistungen sowie Umsätze mit Fertigteilhäusern ein.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



