Tanzpartys und Mehrwegbecher: Wie Tchibo jüngere Kunden ansprechen will

Wirtschaft

Ob mit Trendgetränken, Tanzpartys oder neuen Geschmackssorten in Kaffeekapseln: Tchibo will sein Image verjüngen und neue Kundengruppen erreichen.

Denn die klassische Zielgruppe ist seit Jahren ähnlich: Wer bei Tchibo einkauft, ist in 80 Prozent der Fälle weiblich und im Kern zwischen 45 und 55 Jahre alt. Auch die Baby-Boomer (60 Jahre und älter) sind wichtig für den Konzern. Nicht zuletzt durch die demografische Entwicklung wird die durchschnittliche Kundschaft des Handelskonzerns älter. Eine Herausforderung, die die gesamte Branche beschäftigt: „Dass wir versuchen, neue Zielgruppen und jüngere Konsumenten anzusprechen, ist sowieso eine Aufgabe, die jedes Unternehmen aktuell hat“, sagt Paul Unterluggauer, Chef von Tchibo Österreich.

Mehr als vier Millionen Euro jährlich für die Filialen

Besonders sichtbar wird der Wandel in den Filialen. Mehr als zehn Prozent der Vertriebsfläche werden allein heuer modernisiert. Tchibo investiert jährlich mehr als vier Millionen Euro in seine Filialen. Rund 70 Prozent der Standorte seien bereits umgebaut, bis 2030 sollen alle Filialen und Depots folgen.

Auch die Gastronomie soll eine größere Rolle spielen. In sogenannten „Coffee Bars“ will Tchibo unter anderem die Zahl der Sitzplätze ausweiten. Obwohl Österreich eine hohe Dichte an Kaffeehäusern und Coffeeshops aufweise, wachse der Außerhauskonsum weiter, sagt Unterluggauer.

Sportveranstaltungen, Partys und Mehrweg-Becher

Um jüngere Kunden anzusprechen, setzt Tchibo dabei auch auf Trends: Neben speziellen Kaffeeröstungen gibt es etwa auch Hype-Getränke aus Matcha (Grüntee) oder Ube (eine violette Wurzel aus Asien). Bei den Kaffeekapseln kommen Geschmacksrichtungen wie Karamell oder Vanille hinzu. Dazu sollen Veranstaltungen neue Kundengruppen anlocken – das Unternehmen ist etwa bei Großevents wie dem Vienna City Marathon vertreten oder bietet etwa „Kaffee-Raves“ (also Tanzevents mit elektronischer Musik) in den Filialen an.

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Auch Nachhaltigkeit ist Teil der Verjüngungsstrategie. Seit dem Vorjahr können Kunden ihren Kaffee zum Mitnehmen in einem wiederverwendbaren Pfandbecher, dem sogenannten Recup, bestellen. Bei jüngeren Kunden komme das Angebot gut an, insgesamt greife aber bisher nur ein kleiner Teil der Kundschaft zu dem Mehrwegbecher. Innerstädtisch beträgt der Anteil laut Unterluggauer rund zehn Prozent, außerhalb der Städte sei er deutlich niedriger. Mittlerweile lässt sich auch Kaffee lose in wiederverwendbare Pfanddosen abfüllen.

Tchibo gibt Preisschwankungen bei Kaffee an Kunden weiter

Das Kerngeschäft bei Tchibo ist und bleibt der Kaffee. Man sei der Marktführer bei Espresso- und Filterkaffee sowie bei Kaffeekapseln im Haushaltsbereich, heißt es. Eine Herausforderung bleiben die stark schwankenden Kaffeepreise. Die Preisbewegungen müsse man an die Kunden weitergeben, sagt Unterluggauer. Zuletzt habe sich die Entwicklung allerdings stabilisiert. Auch den jüngsten Rückgang des Kaffeepreises habe man weitergegeben – allerdings durch Aktionen. Damit würden die Preise im Durchschnitt derzeit unter dem Vorjahresniveau liegen. 

Die Preisschwankungen haben die Österreicher bisher jedenfalls nicht vom Kaffeetrinken abgehalten. Die verkaufte Menge sei in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Verschiebungen gibt es allerdings innerhalb des Sortiments: Klassischer Filterkaffee verliert, während Espresso und Crema zulegen. Auch Kaffeekapseln wachsen weiter – wenn auch nur noch leicht.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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