Matthä zu Bahnreform: Beseitigte Doppelgleisigkeiten sollen bis zu 80 Millionen Euro bringen

Wirtschaft

Der Gesetzesentwurf für die geplante größte Bahnreform seit mehr als 20 Jahren liegt seit Kurzem vor und wird aktuell in der Bundesregierung akkordiert – der KURIER berichtete.

Der Kernpunkt der neuen Bahnstruktur: Die Konzerntöchter Personenverkehr und ÖBB Rail Cargo Group (Fracht), die derzeit noch sehr eigenständige AGs sind und jeweils mehrere tausend Mitarbeiter haben, werden in GmbHs umgewandelt. Damit sollen die Steuerungsmöglichkeiten der Holding gestärkt und die Verantwortlichkeiten innerhalb des Konzerns klarer organisiert werden, heißt es im Ministerium. 

Zu der geplanten Reform war am Freitag auch Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, in der ZIB 2 des ORF zu Gast.

„Wir wollen den Konzern schlanker machen, damit auch wettbewerbsfähiger aufstellen“, sagte Matthä. Man sei „seit 25 Jahren in der gegenwärtigen Struktur kraft Gesetz gefangen. Unsere Konzernstruktur ist bis in die dritte Ebene gesetzlich festgesetzt. Das braucht eine Änderung“, sagte Matthä, der sich daraus mehr Handlungsspielraum für den Vorstand erwartet. „Wie in einem normalen Unternehmen.“

Künftig solle es dadurch auch weniger Doppelgleisigkeiten geben, die aktuell in den einzelnen Aktiengesellschaften vorhanden seien. Das Einsparungspotenzial schätzte der ÖBB-Chef am Freitag auf 60 bis 80 Millionen Euro.

Kritik an Ausfällen

Angesprochen auf sinkende Fahrgastzahlen im Nahverkehr verwies Matthä auf Baustellen und Streckensperren. „Der Nahverkehr in Summe ist gesunken, das ist korrekt“, sagte er. Grund seien unter anderem Sperren auf der Wiener Stammstrecke.

Auch zu den zuletzt häufigen Ausfällen und Verspätungen äußerte sich der ÖBB-Chef. „Es wird immer wieder Ausfälle geben, zu glauben, dass man eine hundertprozentige Verfügbarkeit hat, das wäre eine Illusion.“

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Hitze als Belastung

Und wie sind die ÖBB auf die extremen Temperaturen vorbereitet? Im Sommer kam es während der Hitzewellen ja immer wieder zu Zugausfällen aufgrund verbogener Gleise.

„Wir kommen in eine neue Klimaphase“, sagte Matthä klar. Eine Anpassung daran sei grundsätzlich auch kein Problem. Eine Herausforderung stellen aber die Temperaturschwankungen dar. Anders als im Süden hätte man in Österreich eben auch kalte Winter, meinte Matthä sinngemäß. Man müsse deshalb die „mittlere Verspannungstemperatur des Gleises“ anpassen.

Kritik an defekten Toiletten oder technischen Problemen wies Matthä teilweise zurück. Die ÖBB seien „nach wie vor einer der Top-Bahnen in Europa“. Bei täglich rund 6.000 Zügen und 1,4 Millionen Passagieren komme es aber immer wieder zu Störungen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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