Reiseaktien im Check: Investments in den Sommer

Wirtschaft

Sommerzeit ist Reisezeit. In diesen drei, vier Monaten entscheidet sich für zahlreiche Unternehmen, ob es ein gutes oder schlechtes Geschäftsjahr wird. Denn die Bedeutung bzw. Abhängigkeit von wenigen Wochen ist für einige Anbieter groß. Dabei können wirtschaftliche Abschwünge, Inflation oder geopolitische Krisen die Nachfrage nach Reisen verringern und damit das Buchungsvolumen beeinflussen. Aktuelles Beispiel in diesem Sommer: Der Iran-Krieg treibt die Ölpreise stark nach oben. Leidtragende sind hier vor allem Airlines. 

Die Billigairline easyjet etwa erzielt von Juli bis September knapp ein Drittel ihres Umsatzes. Die Ticketpreise für das Sommerquartal lägen derzeit auf Vorjahresniveau. Allerdings müssten die Kunden immer noch mit Preisanreizen zum Ticketkauf bewegt werden. Weiters belasten die hohen Kerosinpreise. Im abgelaufenen Quartal lag der um Sonderposten bereinigte Vorsteuergewinn mit 85 Mio. Pfund um 70 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Seit Mitte Mai ringen zwei Finanzinvestoren um die britische Fluglinie. Bis dahin hatte der Aktienkurs spürbar nachgegeben. Nun liegt der Titel seit Jahresbeginn 20 Prozent im Plus. Mitbewerber Ryanair hingegen hat rund 14 Prozent abgebaut. Allerdings hat sich der Konkurrent in den vergangenen Jahren operativ und finanziell deutlich stärker entwickelt und verfügt über eine deutlich effizientere Kostenstruktur. Auch bei der Finanzierung zeigt sich Ryanair solide aufgestellt.

TUI verzeichnet Umsatzplus dank steigender Buchungszahlen

Die TUI AG, der größte Tourismuskonzern der Welt, kehrte nach den Pandemiejahren in die Gewinnzone zurück, baute die Nettoverschuldung spürbar ab und nahm die Dividende wieder auf. Steigende Buchungszahlen, eine hohe Nachfrage nach Pauschalreisen sowie gute Auslastungen im Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft haben dazu beigetragen, dass Umsatz und Gewinn kontinuierlich wachsen. Gleichzeitig arbeitet TUI an einer weiteren Digitalisierung seiner Prozesse und an Effizienzsteigerungen, wodurch Kosten gesenkt und die Profitabilität verbessert werden sollen. Das Winterquartal des laufenden Geschäftsjahres bezeichnete das Management als das beste der Unternehmensgeschichte. 

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Im April nach Ausbruch des Iran-Kriegs allerdings senkte TUI die Ergebnisprognose und setzte die Umsatzprognose vorübergehend aus. Das zeigt auch, wie stark das Geschäft von der Weltlage abhängt: Spannungen im Nahen Osten zwangen zu Absagen von Kreuzfahrten und belasteten den Ausblick, und die Buchungen für den Sommer lagen leicht unter dem Vorjahr. Die Aktie hat in den vergangenen 20 Jahren eigentlich immer nur verloren, alleine in den letzten 5 Jahren waren es 63 Prozent. Günstig ist der Titel allerdings, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt  nur 8.  

Bei booking.com geht es seit dem vergangenen Sommer abwärts

Der mit Abstand weltgrößte touristische Dienstleister Booking Holdings ist vor allem bekannt für seine Marke booking.com. Im Sommer des Vorjahres erzielte die Aktie ihr Allzeithoch, seitdem geht es abwärts. Auf ein Jahr gerechnet liegt das Minus bei 21 Prozent. Booking wächst zwar weiterhin, allerdings nicht mehr so schnell wie nach Ende der Pandemie. 

Investoren beobachten aufmerksam, ob KI-gestützte Suchmaschinen und Reiseassistenten das Buchungsverhalten verändern könnten. Obwohl Booking selbst stark in Künstliche Intelligenz investiert, sorgt diese Entwicklung kurzfristig für Unsicherheit. Operativ geht es dem Konzern aber noch immer gut. So legte der Umsatz um 16 Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar zu, der Nettogewinn verdreifachte sich auf mehr als eine Mrd. Dollar. Trotz dieser guten Ergebnisse senkte Booking den Ausblick für das Gesamtjahr. Hauptgrund sind die …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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