Mit ETFs steuerschonend für die Pension vorsorgen

Wirtschaft

Wer in Österreich privat fürs Alter vorsorgen will, kann dies zum einen über eine Lebensversicherung, zum anderen über Wertpapiere machen. Doch jede der beiden Arten hat für sich finanzielle Nachteile: Bei Versicherungen fällt zwar nur eine vierprozentige Steuer auf die Einzahlungen an (Auszahlungen sind nach einer Mindesthaltedauer von 15 Jahren steuerfrei), dafür sind die Abschlusskosten mit rund vier bis fünf Prozent der eingezahlten Summe zuzüglich Bestandsprovisionen von bis zu einem Prozent jährlich hoch. Bei der Vorsorge über Wertpapiere halten sich die Kosten im Vergleich dazu in Grenzen, allerdings schlägt bei Verkauf die Kapitalertragssteuer (27,5 Prozent) zu.

Das Beste aus beiden Welten zu kombinieren, ist jedoch mit sogenannten Doppel-Nettopolizzen möglich. Bei diesen stecken keine Vertriebs- oder Abschlussprovisionen in den Versicherungsprämien, sondern nur einmalig ein fixes Honorar bei Abschluss. Diese Polizzen sind primär über spezialisierte Honorarberater (eine in Österreich noch wenig verbreitete Gruppe) oder Online-Plattformen erhältlich.

Neuer Anbieter

Genutzt werden dabei meist Exchange Traded Funds (ETFs), die sehr kostengünstig sind. Ein neuer Anbieter dazu ist das Wiener Start-up nettopolizze.at. „Ziel ist, so effizient wie möglich an der Wertschöpfung der Weltwirtschaft zu partizipieren, ohne unnötige Konzentrationsrisiken einzugehen“, sagen die beiden Firmengründer Alexander Stiglitz und Marcel Unterlerchner im KURIER-Gespräch. 

Daher empfehlen sie breit diversifizierte Aktien weltweit auf Basis einer günstigen Kostenstruktur – eben ETFs. Am beliebtesten sei bei ihren Kunden das ETF-Musterportfolio: ein globales Weltportfolio aus Industrie- und Schwellenländern. Nettopolizze.at bietet einen Vergleichsrechner, der alle führenden Anbieter nach Kosten, Flexibilität und Konditionen gegenüberstellt und zugleich mit klassischen Depotlösungen vergleicht. Das Start-up tritt als Vermittler auf und verlangt dafür einmalig 299 Euro, egal ob Sparplan oder Einmalzahlung. Der Abschluss erfolgt via ID Austria.

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Eine Nettopolizze bringt laut Stiglitz einen Durchschnittssparer Zehntausende Euro über die gesamte Laufzeit. Denn die hohen Provisionen bei Lebensversicherungen würden den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte substanziell schmälern. Berechnungen zufolge rentiert sich eine Nettopolizze gegenüber einem herkömmlichen ETF-Depot meist ab einer Laufzeit von 12 bis 15 Jahren.

Der Finanzdienstleister fynup vermittelt bereits seit 2019 ETF-Nettopolizzen. CEO-Wolfgang Staudinger verweist gegenüber dem KURIER auf bisher rund 1.500 Abschlüsse. Das Vermittlungshonorar beträgt bei Sparplänen eine Monatsprämie, bei Einmalzahlungen ein Prozent der Einzahlung, mindestens 399 Euro. Bei den Sparplänen liegt die durchschnittliche Veranlagungssumme bei knapp mehr als 300 Euro monatlich, bei Einmalzahlungen knapp über 100.000 Euro. 

fynup-Kunden wählen laut Staudinger am häufigsten ein ausgewogenes Fondsportfolio mit 50 Prozent ETFs und 50 Prozent aktiv gemanagter, provisionsfreier Investmentfonds (Clean Shares). Das empfiehlt auch Staudinger, da diese Variante am flexibelsten sei.

550 Verträge am Tag

„Es werden jährlich rund 220.000 kapitalbildende Lebensversicherungen, davon großteils Fondspolizzen abgeschlossen – das sind 550 Verträge pro Tag“, ergänzt Staudinger. „Die Fondspolizze mit Provision ist also bekannt, nur die provisionsfreie Variante – die Doppel-Nettopolizze – ist kaum bekannt.“

Denn die Finanzindustrie habe wenig Interesse an einer Kostendiskussion. „Warum sollte die Finanzindustrie beginnen, provisionsfreie Doppel-Nettopolizzen anzubieten, wenn es mit Provision wesentlich bequemer ist und sich das 10-fache verdienen lässt?“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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