Wer August Wöginger jetzt im Klub folgen soll

Politik

Der Kanzler hätte es gerne anders gehabt. Christian Stocker, so schrieb der ÖVP-Chef noch am Montag, hätte August Wöginger einen Freispruch gewünscht. Doch dazu kam es nicht. Und auch wenn der Bundeskanzler das Urteil gegen seinen Parteifreund als „sehr hart“ empfindet, stehen der Regierungschef, die ÖVP und die Dreierkoalition vor einem Dilemma: Wöginger hat nach dem erstinstanzlichen Schuldspruch seinen Job als Klubobmann zurückgelegt. Und damit kommt der größten Koalitionspartei mitten in den Budgetverhandlungen an einer Schlüsselstelle ein Routinier abhanden.

Denn am Ende sind es immer die Klubobleute der drei Regierungsparteien, die im Parlament tunlichst sicherstellen müssen, dass ihre Klubs den von der Regierung entworfenen bzw. vorgelegten Gesetzen im Nationalrat zustimmen und diese beschließen.

Wer also könnte Wöginger nachfolgen?

Ehe der Oberösterreicher im ersten Anlauf seines Strafverfahrens eine Diversion bekam (die letztlich ja nicht gehalten hat), wurde im Falle eines Schuldspruches immer wieder der Wiener Nico Marchetti (36) genannt. Wahr ist: Marchetti, der heute auch den Job des Parteimanagers innehat, galt damals als einer der Top-Kandidaten.

Mittlerweile gibt es in den Landesparteien aber dort und da veritable Unzufriedenheit mit dem Wiener. Da hilft es nicht, dass Marchetti formal auch noch Stellvertreter von Wöginger im Klub ist.

Dieselbe Funktion, nämlich Klubchef-Stellvertreterin, hat Tanja Graf (50).

In allen Bünden gibt es Stimmen, die Volkspartei könnte die Gelegenheit doch nutzen, um eine Frau zur Chefin im Parlamentsklub zu machen.

Graf soll intern bereits deponiert haben, dass derlei für sie so oder so nicht infrage kommt. Denn: Klubchefs haben ein absolutes Berufsverbot. Und für Graf, die Geschäftsführerin eines Personaldienstleisters ist, sei das Arbeitsverbot, so heißt es, ein Ausschlusskriterium.

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Tatsächlich spitzte sich die Lage Montagabend auf einen Namen zu, der seit geraumer Zeit immer wieder für Höheres genannt wird: Andreas Ottenschläger (50).

Auch der gebürtige Wiener ist, wie Graf, im Wirtschaftsflügel, sprich: dem Wirtschaftsbund, politisch sozialisiert. Auch Ottenschläger ist Unternehmer und müsste seine berufliche Welt als Klubchef neu ordnen. Aus der ÖVP hörte man Montagabend allerdings, der Döblinger wisse um die Bedeutung der Funktion und sei deshalb bereit, diese für die Partei zu übernehmen.

Zudem könnte es eine Überraschung geben, denn dem Vernehmen nach soll ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker Ernst Gödl als Nachfolger von Wöginger präferieren.

Gödl war Bundesrat und ist seit Oktober 2024 ÖVP-Mandatar im Nationalrat. Der Grazer (Jg. 1971) ist Jurist und war mit 23 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs (Gemeinde Zwaring-Pöls).

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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