Filmfestival von Cannes: Kein Hollywood unter Palmen

Kultur

Das Filmfestival in Cannes beginnt und endet unter Palmen. Gleich zum Auftakt der 79. Ausgabe am Dienstagabend wird die erste Auszeichnung vergeben. Bei der Eröffnungsgala geht die Goldene Ehrenpalme an den neuseeländischen Regisseur Peter Jackson für sein Lebenswerk, das so gewaltige Spektakel wie das „Herr der Ringe“-Universum oder die Doku „The Beatles: Get Back“ umfasst. Barbra Streisand bekommt ebenfalls eine Goldene Ehrenpalme – allerdings erst bei der Abschlusszeremonie am Ende des Festivals.

Mit der französischen Komödie „The Electric Kiss“ von Pierre Salvadori, einer burlesken Liebeskomödie aus dem Paris des frühen 20. Jahrhunderts, startet das bedeutendste Filmfestival der Welt seinen Wettbewerb um die Goldene Palme. Was die österreichische Präsenz in Cannes betrifft, gibt es schon vorab Grund zu feiern, denn heuer ist das Filmschaffen von Regisseurinnen ganz besonders stark vertreten. Marie Kreutzer zeigt ihr neues Psychodrama „Gentle Monster“ im Hauptwettbewerb. Der zukünftige „Tatort“-Kommissar Laurence Rupp ist darin an der Seite französischer Prominenz zu sehen. Er spielt den Ehemann von Léa Seydoux, die sich mit den dunklen Seiten ihres Gatten befassen muss. Catherine Deneuve hat die Rolle von Rupps Schwiegermutter übernommen.

Nach ihrem skandalgeschüttelten Sisi-Porträt „Corsage“, das 2022 in der ebenfalls renommierten Programmschiene „Un Certain Regard“ gezeigt wurde, hat es Kreutzer nun in den Hauptwettbewerb geschafft.

Eine herausragende Handschrift findet sich zudem in „Un Certain Regard“ mit „Everytime“ von Sandra Wollner. Die in Leoben geborene, in Berlin lebende Regisseurin konfrontiert in ihrem Trance-Melodram Birgit Minichmayr – in der Hauptrolle als Alleinerzieherin – mit Trauer, Schuld und Verlust. Die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach, die in Wien Film studierte, ist mit ihrer österreichischen Koproduktion „Das geträumte Abenteuer“ im Hauptwettbewerb.

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Kreutzer und Grisebach sind zwei von insgesamt fünf Frauen, deren Arbeiten unter den 22 Filmen um die Goldene Palme antreten.

Das Programm selbst ist vollgepackt mit internationalem Autorenkino und reicht von Pedro Almodóvar („Bitteres Fest“) bis hin zum polnischen Regisseur Pawel Pawlikowski, dessen Drama „Ida“ 2015 den Auslandsoscar gewann. In seinem neuen Film „Fatherland“ verkörpert die deutsche Star-Schauspielerin Sandra Hüller die Schriftstellertochter Erika Mann, die mit ihrem Vater Thomas Mann (Hanns Zischler) eine Reise durch Nachkriegsdeutschland antritt.

Bereits zum fünften Mal im Wettbewerb von Cannes vertreten, zeigt der zweifache, iranische Oscarpreisträger Asghar Farhadi sein neues Drama „Parallel Tales“ mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Und der japanische Meistererzähler Hirokazu Koreeda, der 2018 für „Shoplifters“ die Goldene Palme gewann, ist mit seinem Trauerdrama „Sheep in the Box“ vertreten.

Keine US-Blockbuster

Tom Cruise schaut heuer nicht vorbei. Trotz des erwarteten Promi-Auflaufs – John Travolta zeigt sein Regiedebüt! Kristen Stewart spielt in einer absurden Komödie von Quentin Dupieux! – fällt auf, dass sich Hollywoodproduktionen in Zurückhaltung üben. Die großen Studios mit Blockbuster-Auftritten wie zuletzt noch „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ fallen dieses Jahr aus. Im Wettbewerb sind nur zwei Amerikaner aus dem Independentbereich vertreten. Ira Sachs reist mit „The Man I Love“ und Oscarpreisträger Rami Malek an die Croisette, sein Kollege James Gray kommt mit „Paper Tiger“ – und hat immerhin Scarlett Johansson, Adam Driver und Miles Teller im Schlepptau.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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