20.000 heimische Ladepunkte werden von einer Firma gesteuert

Wirtschaft

Wer sein Elektroauto an einer Ladestelle auflädt, macht sich wahrscheinlich selten Gedanken darüber, welche IT-Infrastruktur dafür notwendig ist, um einen Ladevorgang abzuwickeln. Viele Ladenetzbetreiber vertrauen dabei auf externe Dienstleister. Der wohl größte in Österreich ist e-vo eMobility. Das Unternehmen mit Sitz in Wien zählt Energieversorger, Mobilitätsdienstleister und Flottenbetreiber zu seinen Kunden und kümmert sich um das Management von 20.000 Ladepunkten im Land.

Software für Ladenetzbetreiber und Kunden

„Wir sind ein Backend-Betreiber. Wir machen die Intelligenz im Hintergrund“, erklärt Ute Teufelberger, die kaufmännische Geschäftsführerin von e-vo. Ladenetzbetreibern wird Software zur Verwaltung von Ladevorgängen je nach Zeit, Strompreisen oder Netzdienlichkeit zur Verfügung gestellt. Dazu kommen Abrechnungssysteme sowie Kundenportale und Apps, die sich an den jeweiligen Unternehmensauftritt anpassen lassen.

Gegründet wurde e-vo 2021 als Joint-Venture von sieben heimischen Energieversorgern: Illwerke VKW, IKB, Kelag, Linz AG, EVN, Energie Steiermark und Energie Graz. Die Idee wurde in einer Runde von Energieexperten dieser Unternehmen geboren. „In der Corona-Zeit haben wir uns überlegt, wie man die Wertschöpfung bei Elektromobilität voranbringt und konnten unsere Eigentümer davon überzeugen“, schildert Teufelberger. Anfänglich standen öffentliche Ladestationen im Fokus, bald kamen aber auch private Ladepunkte dazu.

Über Roaming mit 800.000 Ladepunkten verbunden

Mit seinem energiewirtschaftlichen Hintergrund konnte e-vo bald auch andere Unternehmen als die Joint-Venture-Gründungsmitglieder überzeugen. Andere Anbieter kämen eher aus der Autoindustrie. e-vo sei außerdem sehr gut auf den heimischen Markt und heimische Regularien eingestellt. Punkten könne man auch mit einem Rechenzentrum in Österreich und der Bedienung hoher Datenschutzstandards.

e-vo ist aber nicht nur in Österreich tätig. Auch in Deutschland, Ungarn, Liechtenstein oder Nordmazedonien gebe es Kunden, so Teufelberger. In einen neuen Markt kommt das Unternehmen oft, wenn ein Joint-Venture-Partner dort Geschäfte macht. Die eigenen Dienstleistungen an neue Regularien anzupassen, sei anspruchsvoll. Das Wachstum sei aber exponentiell. „Wir haben mehr Kunden und jeder Kunde erweitert sein eigenes Netzwerk.“ Über Roaming-Verträge kommuniziere e-vo derzeit mit rund 800.000 Ladepunkten in Europa.

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Flexibles Laden birgt großes Potenzial

Auch an zukünftigen Geschäftspotenzialen wird intensiv gearbeitet. Die größte Chance sieht Teufelberger in der Flexibilität. „Ein E-Auto ist nicht mehr nur ein Vehikel, sondern auch Teil des Energiesystems.“ Indem man Ladevorgänge auf Zeiten mit hohem Stromangebot verlege, könne man von Preisschwankungen profitieren und Ladekosten reduzieren. „Mit einem einfachen Lastenmanagement kann man schon 20 Prozent Einsparungen erzielen. Da ist wahnsinnig viel drin.“

Selbst bei zeitlich strikten Anforderungen, etwa beim Lkw-Verkehr, könne man Flexibilitäten durch Speicher nutzen. In Zukunft wird auch die Netzstabilisierung mittels Fahrzeugbatterien durch Vehicle-to-Grid-Technologien relevanter. Hier gelte es noch, gemeinsame Protokolle zu entwickeln. „Das wird vielleicht noch ein bisschen dauern, aber es kommt.“

E-Auto-Fahrer profitieren von stabilen Preisen

In der Praxis entscheidend für E-Autofahrer, aber auch für Betreiber von E-Lkw oder E-Bussen ist die Verfügbarkeit. Im vergangenen Jahr wurden über das e-vo System rund 3,1 Millionen Ladevorgänge und 80 Millionen Kilowattstunden abgewickelt. Die Erfolgsquote der Ladevorgänge lag bei knapp 99 Prozent. Das Laden von E-Autos sei heute wesentlich unkomplizierter und funktioniere viel besser als früher. „Ich fahre seit 12 Jahren elektrisch. Ich habe die Steigerung beobachtet“, sagt Teufelberger.

Gerade angesichts der durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise sehe man einen echten Vorteil der Elektromobilität. Mit Ladenetzbetreibern werden meist Verträge …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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