20 Prozent weniger im Vergleich zu 2010: Immer weniger können sich Immobilien leisten

Wirtschaft

Der Immobilienboom mag sich in den vergangenen Jahren abgeflacht haben – wie viel teurer den Menschen in Österreich der „Traum vom Eigenheim“ inzwischen dennoch kommt, das zeigt ein am Dienstag veröffentlichter Langzeitvergleich. Laut Analyse der UniCredit Bank hat sich die Leistbarkeit, also das Verhältnis der Nettoeinkommen zu den Immobilienpreisen, gegenüber 2010 um satte 20 Prozent verschlechtert. 

Die 2023 und 2024 rückläufigen Immobilienpreise (insgesamt minus 3,2 Prozent) konnten nur kurz für Aufatmen sorgen. 2025 gingen die Preise wieder nach oben (plus 2,6 Prozent). Immerhin: Unterm Strich der vergangenen drei Jahre steht ein Plus von 20 Prozent in Sachen Leistbarkeit – auch aufgrund der stärker gestiegenen Einkommen.

Der langfristige Vergleich relativiert freilich die Entspannung in den vergangenen drei Jahren. „Im Durchschnitt haben sich die Preise für Wohnimmobilien in Österreich von 2010 bis 2025 mehr als verdoppelt“, hält der Ökonom Walter Pudschedl unter Verweis auf eine Verteuerung bei Häusern und Wohnungen von 116 Prozent fest. Der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen habe sogar um 120 Prozent zugelegt.

Parallel dazu erhöhte sich das durchschnittliche Nettoeinkommen unselbstständig Beschäftigter um nur 73 Prozent, seit 2022 um 20 Prozent. Der reale Wert eines Jahreseinkommens bezogen auf die Preise am Immobilienmarkt habe sich in den vergangenen fünfzehn Jahren um rund 25 Prozent verringert, so Pudschedl. 2010 waren für den Erwerb einer Eigentumswohnung von 100 Quadratmetern 10 Jahresgehälter nötig, 2025 waren es 12,5 – und 2022 zwischenzeitlich sogar 16.

Wie lange müssen Sie in Ihrer Gemeinde für einen Baugrund arbeiten? Finden Sie es heraus mit unserem „Baugrundrechner“. Einfach Gemeinde und Grundstücksgröße eingeben. Die Daten basieren auf den durchschnittlichen Baugrundpreisen von 2020 bis 2024 laut Statistik Austria:

  Staatsverschuldung: Italien überholt Griechenland bis 2026

Miete statt Kauf

Infolge der langfristig verringerten Leistbarkeit eines Kaufes sei die Nachfrage nach Mietobjekten nach oben gegangen und habe einen Mietanstieg über der Inflation ausgelöst. „Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen“, erwarten die Marktexperten. In den vergangenen drei Jahren habe die Leistbarkeit von Mietobjekten „deutlich abgenommen“, so die Bank-Austria-Ökonomen.

Bei Neuvermietungen im Vergleich zu Bestandsmieten sei es zu einer deutlich höheren Dynamik gekommen. Im Schnitt seien die Mieten um 20 Prozent gestiegen. Bestandsmieterinnen und -mieter mit einem Einkommenszuwachs von ebenfalls 20 Prozent seit 2022 stiegen hingegen neutral aus.

Preise gehen weiter nach oben

Die Immobilienpreise dürften nach Einschätzung der Bank-Austria-Ökonomen heuer und im kommenden Jahr – etwa auf dem Niveau der allgemeinen Inflation – jeweils zwischen 2 und 3 Prozent weiter zulegen. Die Baupreise, die sich in den vergangenen beiden Jahren kaum verändert hätten, „werden eine Aufwärtstendenz aufweisen“, da der neuerliche energiepreisbedingte Inflationsschock durch den Iran-Krieg die Materialkosten und mit etwas Verzögerung auch die Lohnkosten erhöhen werde.

„Der nachfrage- und kostenbedingte Anstieg der Immobilienpreise in den kommenden Jahren wird auch durch ein enges Angebot geschürt werden, als Folge geringer Fertigstellungen nach dem Einbruch der Baubewilligungen ab 2022“, betont Bruckbauer. Die nachfragebedingt „anhaltend hohe Mietpreisdynamik“ verspreche „eine ansprechende Renditeentwicklung“, was wiederum den Erwerb von Wohneigentum auch aus Veranlagungsmotiven stärken dürfte – trotz möglicher Leitzinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) als Reaktion auf die Folgen des Krieges in Nahost.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.