Wer am ehesten zu smartem Stromverbrauch bereit ist

Wirtschaft

Der Aufstieg der erneuerbaren Energien hat dafür gesorgt, dass zu manchen Zeitpunkten besonders viel Strom im Netz ist, vor allem mittags. Zu diesen Zeiten wird die Strommenge aber nicht immer gebraucht. Man könnte für solche Zeiten mehr Speicher aufbauen, die günstigere Lösung wäre es aber, den Stromverbrauch zeitlich anzupassen, sagt E-Control-Vorstand Michael Strebl. Die Regulierungsbehörde hat eine Studie präsentiert, die zeigt, wie gut Menschen in Österreich darüber Bescheid wissen und wie motiviert sie sind, sich am „smarten“ Stromverbrauch zu beteiligen.

Nutzen für sich selbst und die Allgemeinheit

„Die Rolle der Haushalte verändert sich“, sagt Johannes Mayer, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft der E-Control. Viele erzeugen ihren eigenen Strom, immer mehr richten ihren Verbrauch auf das vorhandene Angebot aus. „Man spart dadurch Geld. Man reduziert dadurch aber auch Kosten für den Netzausbau.“ Derzeit ist dabei oft noch persönliches Engagement gefragt, etwa indem Haushaltsgeräte manuell zu günstigen Zeiten aktiviert werden. Es gebe noch wenige Anbieter am Markt, die automatisierte Lösungen für den smarten Stromverbrauch anbieten. „Das wird aber noch verstärkt kommen.“

Bisher noch kaum wissenschaftliche Erkenntnisse

Zum menschlichen Faktor in dieser Frage gibt es noch kaum wissenschaftliche Erkenntnisse, weshalb die E-Control das Institut für Höhere Studien (IHS) damit beauftragt hat. „Bisher wurden immer für die Gesamtbevölkerung repräsentative Umfragen gemacht, aber nicht Menschen mit hohem Verbrauch befragt, die davon besonders profitieren“, sagt Studienleiterin Katharina Gangl, Direktorin am Nürnberg Institut für Marktentscheidungen, die zuvor am IHS forschte.

Gezielt Energieaffine befragt

Für die Studie wurden deshalb Menschen befragt, die eine eigene Photovoltaikanlage besitzen, Teil einer Energiegemeinschaft sind oder mit einer Wärmepumpe heizen. „Die Energiekrise hat bei vielen eine große Motivation ausgelöst, Energie zu sparen. Es ist fast ein Hobby“, sagt Gangl. Die Motivation für eine smarte Stromverbrauchssteuerung im eigenen Zuhause ist bei 60 Prozent vorhanden, bei Energiegemeinschafts-Mitgliedern sind es sogar 76,6 Prozent. „Bisherige Forschungsarbeiten berichteten von weit geringeren Akzeptanzraten.“

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Elektromobilisten wissen am besten Bescheid

Besonders groß ist das Wissen über einen zeitlich günstigen Stromverbrauch bei Menschen mit einem eigenen Elektroauto. Unter den befragten Gruppen wissen Wärmepumpen-Nutzer am wenigsten Bescheid. „Hohes Wissen allein reicht aber nicht, auch die Einstellung muss positiv sein“, sagt Gangl. Angst vor Technologien zur smarten Verbrauchssteuerung hätten aber nur drei Prozent der Befragten.

Zusammenfassend könne man sagen, dass die Akzeptanz für smarten Stromverbrauch hoch ist. „Man müsste große Verbraucher nur abholen. Menschen warten nur darauf, Geld zu sparen“, meint Gangl. Die prädestinierte Zielgruppe seien Elektromobilisten, für die man etwa verstärkt Energieberatungen anbieten könnte.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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