Iron Maiden würden gern „im Iran, in Israel, Kiew und Moskau spielen“

Kultur

„Egal, ob du Jude, Muslim oder Christ bist, Religion, Farbe, Rasse zählen nicht. Wenn du Maiden-Fan bist, bist du Teil einer einzigen Familie – der von Iron Maiden.“

Mit diesen Worten beginnt Sänger Bruce Dickinson „Burning Ambition“, die Kino-Doku, die die 50 Karriere-Jahre der für die Metal-Szene prägenden Band nachzeichnet. Zu sehen sind noch nie gezeigte Filme und Fotos aus dem Privatarchiv, neue Animationen mit dem Band-Maskottchen Eddie und Interviews mit den aktuellen und ehemaligen Bandmitgliedern. Ein großer Fokus liegt aber auch auf Gesprächen mit den Fans, die über den ausgeprägten Gemeinschaftsgeist und bedingungslosen Zusammenhalt der „Maiden Family“ sprechen.

Prügelei unter Freunden

Frontmann Dickinson hält die Hingabe an seine Band nämlich für phänomenal: „Ich würde nicht sagen, dass die Leute ihre Kinder für uns verkaufen, aber man könnte fast denken, dass sie das tun. Aber du musst nicht so extrem sein, um unter diesen Schirm der Kameradschaft zu kommen. Ein Grund für den Film ist, dass wir damit vielleicht Neugier auslösen und Leute, die uns nicht so gut kennen, Lust bekommen, genauer hinzuschauen.“

Humorvoll und ehrlich geht der Film genauso auf die Karriere-Höhepunkte wie auf die Tiefs ein. Dass sich Harris und Dickinson wegen Führungsansprüchen bekriegten, sogar prügelten (heute sind sie beste Freunde), wird genauso behandelt, wie der Karriere-Knick, als Dickinson 1994 für fünf Jahre ausstieg, oder Drummer Nicko McBrain 2023 einen Schlaganfall erlitt, sich nach der rechtsseitigen Lähmung zurückkämpfte und dann doch vom Tour-Leben zurückziehen musste.

Rockmusik und Politik

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Natürlich werden auch die wichtigsten Konzerte von Iron Maiden gezeigt. „Rock In Rio“, bei dem die Briten 1985 vor 300.000 bis 350.000 Zusehern auftraten, oder die Show 1984 in Warschau, bei der Iron Maiden als erste große westliche Band hinter dem Eisernen Vorhang rockte.

„Das war eine spezielle Erfahrung“, erinnert sich Dickinson im KURIER-Gespräch. „Die Fans waren so dankbar, dass wir gekommen sind. Wir waren danach bei einer polnischen Hochzeit – alles ein Riesenspaß. Wir waren aber auch in Auschwitz, was emotional ein extrem dunkler Moment war. Aber auch deswegen liebe ich es, mit der Band, um die Welt reisen zu können: Man kann so viel lernen und derart tiefgehende Erfahrungen machen. Leider ist Auschwitz-Besuch nicht im Film, dort hat keiner gefilmt oder fotografiert.“

Musste die Band in Polen ihr Programm anpassen, sich die Inhalte der Songs von den Behörden freigeben lassen? „Ich kann mich nicht erinnern, ob wir das in Polen tun mussten“, sagt er. „Aber als wir in China waren, wollten sie alle Texte vorher prüfen. Einen Song haben sie beanstandet, ich weiß nicht mehr welchen. Aber das war so lustig, weil wir im Englischen viel mit Worten und Redewendungen spielen. Dann sagst du eine Sache, meinst aber etwas ganz anderes. Davon haben sie offenbar gar nichts verstanden, sonst hätten sie mehr beanstandet.“

Iron Maiden sind bekannt dafür, in ihren Texten mystische Geschichten und historische Ereignisse aufzugreifen, die auch auf Schlachten und Kriege eingehen und sich kritisch damit auseinandersetzen. Als politisch sieht Dickinson seine Band trotzdem nicht. „Meine persönliche Meinung ist, dass es eine Grenze dafür gibt, was Musik erreichen kann. Wir haben zum Beispiel sehr viele …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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