Auftritt der Favoriten bei ORF-Wahl: Fokus auf österreichische Inhalte

Kultur

Der ORF investiert jährlich rund 100 Millionen Euro in die Filmwirtschaft und ist damit ein zentraler Partner für diese. Laut Fachverband der Film- und Musikwirtschaft in der Wirtschaftskammer stellen österreichische Filmproduzenten rund 40 Prozent des ORF-Programms her. Folglich mag es wenig überraschen, dass der Verband die Anwärter auf den ORF-Chefsessel am Dienstag zu deren Plänen befragte – und diese die Bedeutung der Branche für das Programm und für den ORF betonten.

Die Bewerberinnen und Bewerber eint, dass sie einen Fokus auf österreichische Inhalte legen und verstärkt auch jüngere Leute ansprechen wollen. Den Produzenten sichern sie mehr Planungssicherheit zu.

Ende für „Stop-and-Go“-Politik

APA-CEO Clemens Pig stellte klar, dass die Film- und Musikwirtschaft nicht nur einfach Zulieferer ist: „Sie ist Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags.“ Er tritt für mehr unverwechselbares, österreichisches Programm ein, das die Menschen aus den diversen Regionen anspricht. Den anwesenden Produzenten sicherte er mehr Planbarkeit, statt der gegenwärtigen „Stop-and-Go“-Politik zu, die für Verunsicherung sorge. Er will zudem mehr Know-how aus der Branche in den ORF holen und sprach etwa von „Writer-Rooms“ für junge Drehbuchautorinnen und -autoren oder Kooperationen mit Filmhochschulen.

Markus Breitenecker, ehemaliger Geschäftsführer von ProSiebenSat.1Puls4, will auf österreichisches Programm auch für junge Menschen fokussieren, wobei ORF ON als zentrale Streamingplattform ausgebaut werden solle. Mit Blick auf die jährlichen 100 Mio. Euro monierte er, dass „die Planbarkeit, die Verlässlichkeit“ fehle. Nicht so wichtig sei das genaue Volumen, sondern vielmehr dass man sich darauf verlassen könne. „Wenn gespart werden muss, dann nicht bei diesen 100 Mio. Euro“, stellte Breitenecker klar.

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Social-Media-Szene an ORF heranführen

Auch Johannes Larcher, der primär im Ausland große Unternehmen wie HBO Max und Hulu managte, will einen Fokus auf junge Personen legen, wobei speziell auf sie zugeschnittene Inhalte auch auf digitalen Plattformen wie Youtube und TikTok verbreitet werden sollen. „Wir können es uns nicht leisten, dort nicht präsent zu sein.“ Junge Creators aus der Social-Media-Szene will er an den ORF heranführen und mit ihnen zusammenarbeiten. Der Fokus müsse zudem auf regionaleres Programm gelegt werden. „Da kann kein HBO, kein Netflix mit“, meinte er. Die Frage sei nur, wie man das finanziere.

Larcher sprach sich für mehr Kooperationen mit großen Streamern aus und outete sich als Fan der vom Medienministerium in Aussicht gestellten Streamingabgabe, die internationale Giganten u.a. zu Investitionen in den heimischen Markt verpflichten soll. „Ich kann versprechen, dass ich mich für ein festgelegtes, jährliches Volumen einsetzen werde“, stellte auch er mehr Planungssicherheit für die Produzenten in Aussicht. Über das Volumen könne er aber noch nichts sagen.

Programm als „Existenzberechtigung“

„Programm ist unsere Existenzberechtigung“, hielt ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer fest. Das Publikum habe ein Recht darauf zu wissen, wohin der monatliche ORF-Beitrag in Höhe von 15,30 Euro fließe. „Niemand zahlt die Haushaltsabgabe für Bürokratie“, so Totzauer. Derzeit würden kreative Ideen aus der Branche im ORF von A nach B und dann C geschickt. „Es geht darum, Strukturen zu verschlanken, Entscheidungsprozesse zu verkürzen und unsere Partner ernst zu nehmen.“ Schließlich hätten diese einen „derart wichtigen Anteil an den Inhalten“. Wichtig erachtet sie, „aus der Reichweitenlogik rauszukommen“. Das kürzlich zu Ende geführte Experiment mit Schulen, im Zuge dessen junge …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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