
Das Anwaltstrio von Karl-Heinz Grasser hat sich bislang lediglich via Aussendung zu Wort gemeldet. Am Freitag nahm nun Dieter Böhmdorfer im Ö1-Morgenjournal erstmals auch persönlich Stellung.
Denn die Causa, die seit drei Tagen die Republik beschäftigt, hat es in sich – sollen die drei Anwälte Grassers doch einem Betrüger auf dem Leim gegangen sein, nachdem sich dieser als IT-Spezialist ausgegeben und vermeintliche eMails von Richterin Marion Hohenecker vorgelegt hatte, die Amtsmissbrauch und Bestechlichkeit belegen sollten.
Von einem „Angriff auf die unabhängige Justiz“ sprachen Richter und Staatsanwälte deshalb bereits in den vergangenen Tagen.
„Spielregeln der gepflegten Advokatur“
Ganz anders sah das am Freitag freilich Dieter Böhmerdorfer, seines Zeichens ehemaliger Justizminister der FPÖ und Grasser-Verteidiger. Er sah die Aufregung eher der „medialen Polemik“ geschuldet. „Man kennt die Spielregeln und die Gesetze einer gepflegten Advokatur nicht“.
Man habe von „A bis Z alles lückenlos richtig gemacht.“
Man habe auch nicht gegen die Justiz gearbeitet, sondern „wir haben die Justiz um Hilfe gebeten, damit sie durch Einsatz der Staatsanwaltschaft die entsprechende Aufklärung herbeiführt“.
Gemeinsam mit Manfred Ainedter und Norbert Wess wollte er vermeiden, „dass Unterlagen an die Medien weitergegeben werden“ und habe diese deshalb zur Vorprüfung an die Oberstaatsanwaltschaft weitergeleitet.
„Mir ist vieles komisch vorgekommen“
Aber hätte den Anwälten Grassers nicht auffallen müssen, dass Michael B. – von dem die eMails stammten – zu dem Zeitpunkt der vorgelegten eMails etwa nicht einmal ein Smartphone, geschweige denn einen Computer, besaß? Hätten also Ungereimtheiten nicht früher auffallen müssen?
„Mir ist vieles komisch vorgekommen“, entgegnete Böhmdorfer auf die Frage im Ö1-Morgenjournal. „Aber die Frage stellt sich für uns Anwälte einfach anders. Für uns ist es wichtig zu wissen, ob wir diese Unterlagen, weil sie einfach keine Bedeutung haben, weglegen müssen. Oder ob wir sie dem Staatsanwalt oder einer anderen Behörde übergeben müssen.“
Man habe lange, „wochenlang“ überlegt, wie man hier am besten vorgehen soll. „Es war für uns nicht zu verantworten, die Unterlagen einfach wegzulegen.“
Würde er etwas anders machen? „Ich sage Ihnen ganz ehrlich, ich wüsste nicht, was.“
Die Hintergründe: Wie gefälschte eMails den Grasser-Anwälten um die Ohren flogen.
Source:: Kurier.at – Politik



