Bundesregierung erlaubt CO₂-Speichern: Wie geht das – und ist das schon die Lösung?

Politik

Es klingt fast ein bisschen zu schön, um wahr zu sein.

Mit dem CCS-Verfahren – CCS steht für „Carbon Capture and Storage“ – soll man das CO₂, um das es bei der Klimaneutralität ja letztlich geht, quasi wegsperren können. Mit riesigen Maschinen kann CO₂ – sehr energieaufwendig – gebunden und etwa in leeren Gasfeldern tief unter der Erde verstaut werden.

Die Technologie ist nicht ganz neu, aber nach wie vor umstritten – und seit 2011 in Österreich auch verboten.Allerdings sah das Gesetz vor, dass Fachleute regelmäßig die Sinnhaftigkeit „unter besonderer Berücksichtigung der international gewonnenen Erfahrungen“ überprüfen – und so ist mit dem neuen Klimagesetz jetzt Bewegung in die Sache gekommen: CCS soll bald auch in Österreich erlaubt sein, ein entsprechendes Gesetz ist aktuell in koalitionärer Abstimmung, soll in weiterer Folge gemeinsam mit dem neuen Klimagesetz und dem UVP-Gesetz in Begutachtung gehen.

Aber was genau ist CCS eigentlich? Ist es wirklich eine „zentrale Klimaschutzmaßnahme“, wie Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die Initiative bezeichnete, oder eher eine gefährliche Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe – nämlich den CO₂-Ausstoß zu senken, wie Kritiker monieren?

Was genau ist CCS und wie funktioniert es?

Bei CCS und CCU (Carbon Capture and Usage, also CO₂-Weiternutzung) geht es vor allem um nicht vermeidbare CO₂-Emissionen, die gebunden und geologisch gespeichert oder zu anderen Produkten weiterverarbeitet werden sollen.

CO₂ wird dafür abgeschieden (gefiltert) und später unter der Erde – zum Beispiel in alten Gaseinsatzfeldern oder Gesteinsschichten – dauerhaft „verpresst“.

Geforscht wird an der CO₂-Abspeicherung schon seit den 1990ern. Das Problem war lange Zeit die Wirtschaftlichkeit, das Verfahren ist energieintensiv, das „Verpressen“ kostet aktuell rund 300 Euro pro Tonne.

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Eine Studie des Umweltbundesamtes vom April diesen Jahres zeigt, dass für die Abscheidung von etwa 9 Millionen Tonnen CO₂ zusätzliche Kapazitäten von rund 1.600 Megawatt erneuerbarer Energie erforderlich wären.

Vorreiter in Sachen CCS ist aktuell Norwegen. Im vergangenen Jahr ging dort das weltweit erste Zementwerk mit einer industriellen CCS-Anlage in Betrieb.400.000 Tonnen CO₂ sollen dort pro Jahr abgeschieden werden können, gespeichert wird das CO₂ in Lagerstätten in der Nordsee.

Zum Vergleich: Österreich stößt pro Jahr rund 65 Millionen Tonnen CO₂ aus, die hiesige Zementindustrie 2,14 Millionen Tonnen.

Wieso ist das für die Industrie so wichtig?

Auch für die Industrie gelten die EU-Klimaziele. Diese „Dekarbonisierung“ ist im Gang. Doch sie läuft langsam. Und es gibt eben Zweige wie die Zementindustrie, bei denen unvermeidbare „geogene“ Treibhausgase entstehen. Denn der Schlüsselbestandteil zur Herstellung von Zement ist Kalkstein, der aus Kalziumkarbonat besteht.

Es enthält sowohl Sauerstoff als auch Kohlenstoff. Der Kalkstein wird mit kieselsäurehaltigem Ton und anderen Materialien gemischt und dann in einem Ofen auf mehr als 1.400ºC erhitzt.

Eine chemische Reaktion (Kalzinierung) treibt den Kohlenstoff aus dem Kalkstein heraus und produziert Kalk. Der Kohlenstoff aber kombiniert sich dann mit Sauerstoff und das unerwünschte Kohlendioxid entsteht.

Was sind die größten Hürden?

Zum einen die schiere Menge des CO₂.2,14 Millionen Tonnen stieß nur die heimische Zementindustrie 2025 aus, zeigt ein Bericht der TU Wien. Aber auch die Feuerfestindustrie und einige andere Industriewerke produzieren diese prozessbedingten Treibhausgase.

Und wie soll das CO₂ – wenn es einmal gebunden ist – zur Lagerstätte abtransportiert werden? Experten und der Industrie schwebt da …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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