„The Last Sunrise“ auf Amazon: Streiten, schmusen und fast sterben

Kultur

„Mein Körper ist mein Feind“, sagt Oriah gleich zu Beginn dieses Films. Und damit ist schon klar, mit welcher Kategorie von Liebesromanverfilmung wir es hier zu tun haben. Die „Ich bin ernsthaft krank und habe noch einen letzten guten Sommer, in dem ich natürlich die Liebe meines Lebens kennenlerne“-Vorlage für „Last Sunrise“ stammt von der New-Adult-Bestsellerautorin Anna Todd (sie schrieb auch die ebenfalls für Amazon Prime verfilmte „After“-Reihe).

Oriah (Maia Reficco), genannt Ry, hat daheim in Texas einen Zusammenbruch auf der Bühne mit ihrem Tanzensemble gehabt. Die CT-Bilder ihres Gehirns zeigen, dass sie tuberöse Sklerose hat, die Epilepsie verursacht. Das kann man operieren, aber das will die junge Frau nicht. Sie könnte nämlich das Gedächtnis verlieren. Stattdessen fliegt sie mit ihrer Mutter (Eva Longoria) lieber nach Mallorca, Tabletten im Gepäck, die sie vier Mal am Tag nehmen soll. Jetzt dürfen alle raten: Genau, die Tabletten nimmt sie natürlich auch nicht.

Volle Lippen

Von der Empfangsdame des Luxushotels, die sehr viel Zeit dafür hat, sich nach Tiktoktrends zu schminken und den Fundus vergessener Kleidung früherer Gäste zu durchsuchen, wird sie zu einem Geheimtipp-Strand geschickt. Da eckt sie – als Einzige im Badeanzug im FKK-Bereich – mit Julian, einem Einheimischen an. Einem durchtrainierten, gelockten, volle Lippen besitzenden Einheimischen. Auf den Streit folgt natürlich über den Umweg eines Clubbesuchs mit allerlei Schnaps-Shots – auch ziemlich ungünstig in ihrer Verfassung – das Geknutsche. Im Meer im Mondenschein.

Rys Mutter stammt von Mallorca, ist aber nach dem Tod ihrer Mutter in die USA gegangen. Nun arbeitet sie für eine Immobilienfirma – Feindbild aller, die den Übertourismus auf der Insel verdammen. Wie Julian, der den traditionellen Fischereibetrieb seines Vaters retten will. Leider unter anderem mithilfe eines Kredithais. Weil Mallorca bekanntlich ein Dorf ist, hat Rys Mutter aber nicht nur aktuelle Verbindungen zu Julians Vater, sondern auch viel weiter zurückliegende. Klassenkampf à la Booktok-Belletristik.

  Jason Statham in „Mutiny“: Wenn die Spannung über Bord geht

Ein paar dramatische Szenen später, steht Ry überraschenderweise wieder vor der Entscheidung, ob sie sich operieren lassen soll. Wer bis dahin durchgehalten hat, hat wahrscheinlich auch alle Teile aus der „Culpa Mia“-Reihe gesehen. .

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.