
US-Präsident Donald Trump hat mit einem mutmaßlich durch Künstliche Intelligenz (KI) erzeugten Video über einen angeblichen Angriff auf die wichtigste iranische Ölinsel Kharg für Aufsehen gesorgt.
Der Iran wies Berichte über Explosionen auf der Insel am Montag zurück. „Trumps Beiträge sind lächerlich, und die Lage auf Kharg ist ruhig und normal“, sagte der Chef der staatlichen iranischen Ölgesellschaft NIOC, Hamid Bovard, dem halboffiziellen Portal Nournews zufolge.
Die Ölförderung sei nicht unterbrochen worden, betonte Bovard. Trump hatte am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social ein Video geteilt, das heftige Explosionen zeigte, und dazu geschrieben: „Die Insel Kharg wird gerade in Schutt und Asche gelegt!!!“
Eine Überprüfung durch die Nachrichtenagentur Reuters ergab, dass das Video höchstwahrscheinlich mithilfe von KI entstanden ist. Stunden nach dem Beitrag gab es keine Anzeichen für einen Angriff auf die Insel. Das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen.
Wieder US-Angriffe auf den Iran
Der Vorfall ereignete sich wenige Stunden nach neuen militärischen Konfrontationen zwischen den USA und dem Iran, den ersten seit Juli. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters griffen US-Streitkräfte am Sonntag Stellungen mit Raketenwerfern auf der iranischen Insel Larak im Persischen Golf an.
Die Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht der Islamischen Republik, hätten dort Vorbereitungen getroffen, um Raketen abzufeuern und Seeminen in der Seestraße von Hormus zu legen. Das regionale US-Militärkommando für den Nahen Osten, Ostafrika und Zentralasien (CENTCOM) teilte mit, es habe einen begrenzten, präzisen Schlag gegen eine unmittelbare Bedrohung ausgeführt.
Der Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Angriffen auf zwei US-Stützpunkte in Jordanien, von denen aus der Militärschlag auf Larak unterstützt worden sei. Zudem erklärten die Revolutionsgarden, sie hätten eine US-Drohne abgeschossen und am Montagmorgen die Luftwaffenbasis Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ebenfalls aus der Luft angegriffen. Das Verteidigungsministerium der VAE wies die Berichte über einen Angriff auf den Stützpunkt in einer Stellungnahme jedoch als falsch zurück.
Sanktionen gegen iranische Banken
Zudem geriet im Süden der Straße von Hormus ein Supertanker, nachdem er auf zwei Seeminen gelaufen war, in Brand und blieb manövrierunfähig liegen, wie das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Revolutionsgarden berichtete. Der Tanker habe versucht, die Meerenge illegal zu passieren. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit, durch die vor Beginn des Konflikts fast ein Fünftel des weltweiten Rohöls transportiert wurde.
Trump hatte kürzlich erklärt, alle Minen in den internationalen Gewässern der Meerenge seien geräumt worden. Die Marine der Revolutionsgarden bezeichnete dies jedoch als Lüge und betonte, die Passage bleibe für Schiffe ohne iranische Erlaubnis gesperrt. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte am Montag, sein Land suche keinen Krieg, werde aber auf jede Aggression entschlossen reagieren.
Parallel zu den Militärschlägen verschärfen die USA den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag an, dass die US-Regierung voraussichtlich wöchentlich neue, sogenannte sekundäre Sanktionen gegen den Iran verhängen werde. Dabei stünden zunächst Banken mit Geschäftsbeziehungen zum Iran im Fokus. „Wir fangen bei den Banken an und sagen ihnen, dass es inakzeptabel ist, iranisches Geld zu halten und das Regime zu unterstützen“, erklärte Bessent. Als nächster Schritt könnten iranische …read more
Source:: Kurier.at – Politik



