Manner-Schnitten sind in Wien doppelt so teuer als in Deutschland

Wirtschaft

In Wien kostet eine 75 Gramm schwere Packung Original Manner Neapolitaner Schnitten bei Billa aktuell 1,69 Euro. In Deutschland ist sie in Supermärkten der Konzernmutter Rewe um 0,79 Euro zu haben. Der Preisunterschied beträgt 114 Prozent, wie die Organisation Foodwatch vorrechnet. Obwohl die Schnitten in der Manner-Fabrik im 17. Wiener Gemeindebezirk hergestellt und von dort  ins Nachbarland transportiert werden müssen. 

Kein Einzelfall

Die mit Haselnusscreme gefüllten Waffeln sind kein Einzelfall. Foodwatch hat im August  die Preise von insgesamt 20 Produkten österreichischer Markenhersteller in Österreich und Deutschland verglichen. Im Schnitt waren die untersuchten Produkte, die neben Manner  u. a. auch von Handl, Rauch, Julius Meinl, Vöslauer, Red Bull, Pfanner oder Gösser stammten, in heimischen Supermärkten 24 Prozent teurer als im Nachbarland. 

Zustandekommen unklar

Wie die Preisunterschiede zustande kommen, bleibt auch nach Rückfragen bei Herstellern und Händlern unklar. Bei Billa verweist man auf höhere Standort- und Systemkosten in Österreich, etwa bei Löhnen, Lohnnebenkosten oder Steuern. Einen  wesentlichen Faktor sieht man auch in höheren Einkaufspreisen bei internationalen Markenartikeln für den österreichischen Handel. Die Rede ist von einem „Österreich-Aufschlag der Industrie“. 

Bei Manner stellt man einen solchen „Österreich-Aufschlag“ in Abrede. „Das haben wir nicht.“, sagt eine Sprecherin zum KURIER. Zu den Einkaufspreisen und Konditionen könne man aus Gründen der Vertraulichkeit keine Angaben machen. Die Preisgestaltung für Konsumenten liege in der Verantwortung des Handels. Bei dem Süßwarenhersteller zeigt man auch Verständnis für  die Handelspartner:  Der Preiskampf in Deutschland werde sehr intensiv mit ganz vielen Aktionen geführt, heißt es.

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Bei der Untersuchung habe man darauf geachtet, dass es sich bei den verglichenen Preisen nicht um Aktionspreise gehandelt habe, sagt Miriam Maurer von foodwatch Österreich zum KURIER. Österreich dürfe nicht länger Hochpreis-Markt sein, während völlig im Dunkeln bleibe, wie diese Preisunterschiede zustande kommen: Hersteller und Händler zeigen mit dem Finger aufeinander, die Rechnung zahlen am Ende die Konsumentinnen und Konsumenten. 

EU-Maßnahmen werden vorbereitet

Die Diskussion ist nicht neu und wird seit Längerem geführt. Als Treiber der Preisunterschiede wurden die sogenannten territorialen Lieferbeschränkungen ausfindig gemacht. Sie verhindern über vertragliche Verbote, dass Produkte aus günstigeren EU-Märkten  importiert werden können. Gerade für kleinere Märkte wie Österreich könne das erhebliche Folgen haben, so foodwatch.

In der EU werden Maßnahmen vorbereitet. Eine öffentliche Konsultation der EU–Kommission läuft noch bis 29. September. Zur Diskussion stehen freiwillige Vereinbarungen ebenso wie ein Verbot der Lieferbeschränkungen. 

„Brauchen verbindliches Gesetz“

„Wir brauchen ein klares, verbindliches EU-Gesetz – keine freiwilligen Versprechen der Industrie“, sagt foodwatch-Sprecherin Maurer. Ihre Organisation hat dazu auch eine Petition aufgelegt. Mit einer Entscheidung rechnet sie nicht vor dem nächsten Frühjahr.   

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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