Daniel Fellner: „Wird nicht damit getan sein, dass wir die Nummer eins austauschen“

Politik

Seit April ist Daniel Fellner Kärntner Landeshauptmann. In dieser kurzen Zeit hat er sich bereits als einer der schärfsten Kritiker der Spitze der Bundes-SPÖ profiliert.

KURIER: Herr Landeshauptmann, Ihr ÖVP-Regierungspartner hat Sie zuletzt so beschrieben: „Daniel Fellner ist nicht Peter Kaiser, aber es wird schon.“ Betrachten Sie das als Kompliment oder als Seitenhieb?

Daniel Fellner: Mein Gott, das war wohl ein vorbereiteter Satz, um sich abzugrenzen. Da muss man drüber stehen.

Zu einem ernsteren Thema. Auch Kärnten war massiv von Dürreschäden betroffen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Hilfspaket der Regierung?

Ich bin zufrieden, dass es eine Lösung gibt. Auch wenn hier mit dem Gießkannen-Prinzip vorgegangen wurde. Es gab Kritik an der Dauer der Verhandlungen, letztlich ist es dann aber doch rasch zu einer Lösung gekommen.

Sie sind zuletzt gemeinsam mit Hans Peter Doskozil als scharfer Kritiker einer möglichen Umwandlung kleiner Spitäler in andere Versorgungseinheiten aufgetreten, die in einer Studie des Gesundheitsministeriums angedacht wird. Experten raten hingegen dringend dazu, allein schon aufgrund der besseren Versorgungsqualität in größeren Einheiten. Warum spielt das für Sie keine Rolle?

Ich war in der Gesundheitsreform sehr offen für verschiedene Lösungen. Irritiert hat mich, dass erst im Nachhinein diese Studie bekannt wurde, in der von vertretbaren Anfahrtszeiten von bis zu 45 Minuten für ein Spital die Rede ist. Das würde einen massiven Eingriff in die Kärntner Spitalslandschaft bedeuten, den ich nicht akzeptieren kann. Dann hätten wir in Kärnten nur mehr zwei Spitäler.

Aber wiegt eine bessere Versorgung in großen Spitälern nicht mehr als kurze Anfahrtswege?

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Wenn es um die Spezialisierung von Spitälern geht, sind wir in Kärnten ohnehin schon Vorreiter. Alle Häuser haben in den vergangenen Jahren Schwerpunkte gebildet. Etwa die Lymphologie in meiner Heimat Wolfsberg, die österreichweit relevant ist. Natürlich kann man den Weg gehen wie etwa Finnland, wo ein Spital für 500.000 Einwohner vorgesehen ist. Uns ist es aber wichtig, dass der ländliche Raum nicht ausgedünnt wird. Will man Kosten sparen, gibt es andere Möglichkeiten – etwa die Entlastung der Ambulanzen durch mehr Primärversorgungseinheiten. Bei dieser Studie hat man einfach irgendein Modell hergenommen, das sich in der Realität nicht widerspiegelt. Oft macht man es sich vom großen urbanen Raum aus etwa zu leicht, über die ländliche Region zu urteilen.

Ihr Parteichef Andreas Babler hat gefordert, die öffentlichen Fördergelder für Privatspitäler zu streichen. Eine gute Idee?

Seine Formulierung, dass damit Schönheitsoperationen finanziert werden, habe ich nicht ganz nachvollziehen können. Ich glaube, sie ist ihm herausgerutscht. Was ich schon teile: Wenn man öffentliche Mittel für private Spitäler zur Verfügung stellt, müsste schon transparent dargestellt werden: Was hat ein Kassenpatient tatsächlich davon? Wie viele Kassenpatienten werden dort wirklich behandelt?

Sie haben sich zuletzt mit Medienmanager Gerhard Zeiler getroffen, den manche Genossen anstelle von Babler als Parteichef sehen wollen. Was haben Sie besprochen?

Wir haben uns vor dem Sommer zu einem Abendessen getroffen, weil Zeiler mich kennenlernen wollte. Dass Babler im Mittelpunkt dieses Gesprächs gestanden wäre, hätte ich nicht so wahrgenommen.

Wäre er ein geeigneter Parteichef?

Die Frage stellt sich überhaupt nicht. Ich kann das auch nicht beurteilen, weil ich ihn nur dieses eine Mal getroffen habe. Dabei habe ich einen sehr …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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