88.600 Dollar für Foto mit Donald Trump: Republikaner laden zur „Trump-Gaudi“ nach Dallas

Politik

US-Präsident Donald Trump steht wieder einmal im Mittelpunkt, wenn sich die Republikaner ab dem kommenden Mittwoch zu einem Parteitreffen versammeln, knapp zwei Monate vor den Kongresswahlen. Statt einer verstaubten Parteikonferenz versprechen die Organisatoren eine „Trump-a-palooza“ – auf Deutsch heißt das so viel wie eine große Trump-Gaudi. Bei dem zweitägigen Treffen in Dallas im Bundesstaat Texas ist Trump ab Mittwoch der Hauptredner.

Das wirkt zunächst kurios, denn der Präsident steht bei den Kongresswahlen am 3. November gar nicht auf dem Stimmzettel. Aber in Wahrheit gehe es natürlich doch um den 80-jährigen Trump, sagt Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses. „Auch wenn sein Name nicht auf dem Stimmzettel steht – seine Regierung, sein Vermächtnis und die America-Zuerst-Agenda tun es.“

Vance soll Parteitreffen eröffnen

Vizepräsident JD Vance soll das Parteitreffen im American Airlines Center in Dallas eröffnen. Trump wird an beiden Abenden auftreten und den Parteitag mit einer Grundsatzrede beschließen. Das ist ungewöhnlich und zeigt den Ernst der Lage: Bei den Kongresswahlen am 3. November droht den Republikanern eine Schlappe. Meinungsforschern zufolge könnten sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren und womöglich auch im Senat.

Die Wahlen in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit sind der wichtigste Stimmungstest für ihn. Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus oder gar in beiden Kongresskammern würde den Präsidenten zur „lame duck“ machen, zur lahmen Ente. Die Demokraten könnten seine Vorhaben dann weitestgehend blockieren und sogar ein drittes Amtsenthebungsverfahren – ein sogenanntes Impeachment – gegen Trump einleiten.

Ein Mehrheitsverlust des Präsidentenlagers könnte zudem zu Grabenkämpfen um die Trump-Nachfolge führen. Als Top-Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2028 gelten bei den Republikanern bisher Vizepräsident Vance und Außenminister Marco Rubio. Bei den Demokraten bringt sich unter anderem der scheidende kalifornische Gouverneur Newsom in Stellung, auch die frühere Vizepräsidentin Kamala Harris schließt nach ihrer deutlichen Niederlage gegen Trump 2024 eine erneute Kandidatur nicht aus.

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Johnson sieht „echte Chance“ für Gewinn

Trump will den Republikanern mit dem Parteitreffen beweisen, dass die Meinungsforscher falsch liegen. „Wir haben eine echte Chance, der Geschichte zu trotzen und die Zwischenwahlen zu gewinnen“, versichert Repräsentantenhaus-Sprecher Johnson den Parteimitgliedern in einer Videobotschaft.

Als Erfolge wollen die Organisatoren Trumps harte Einwanderungspolitik und seine Steuersenkungen hervorheben. Zudem wollen sie die Demokraten ein weiteres Mal als „Kommunisten“ ächten, die angeblich das Land verraten haben.

Doch die Strategie ist nicht ohne Risiken. Trumps Zustimmungswerte sind angesichts hoher Treibstoff- und Lebensmittelpreise im unpopulären Krieg mit dem Iran im Keller. Auch der kostspielige Handelsstreit mit dem Nachbarn Kanada überzeugt viele Wählerinnen und Wähler nicht.

Teilnahmekosten von mindestens 25.000 Dollar

Eine Umfrage der Plattform Politico unter mehr als 70 Republikanern ergab zudem, dass viele offenbar zögern, nach Dallas zu reisen. Einige hätten sich hinter vorgehaltener Hand über die Teilnahmekosten von mindestens 25.000 Dollar (rund 21.000 Euro) beschwert, hieß es.

Das Parteitreffen dient auch dem Spendensammeln. Geldgebern soll laut Medienberichten ein Foto mit Trump für 88.600 Dollar angeboten worden sein, der Zugang zu einer Gesprächsrunde mit dem Präsidenten soll 250.000 Dollar kosten.

Konkurrenz droht der Trump-Gaudi von ganz anderer Seite: Beide Parteitag-Abende überschneiden sich mit den Auftaktspielen zur neuen Saison der National Football League (NFL). Das beliebte Sportereignis könnte die TV-Quoten für Trumps …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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