
„Auslöser ist der Ausgang des Ende August entschiedenen Schiedsverfahrens in England zu einem Großprojekt: Christof Industries Austria wurde nur ein Bruchteil der Summe zugesprochen, die dem Unternehmen für bereits erbrachte Leistungen zustehen würde. Der fix eingeplante Betrag fehlt nun in der Liquidität. Da seit dem Abschluss des Sanierungsverfahrens 2023 keine Bankenfinanzierung zu erlangen war und auch kein Kapital zur Überbrückung zur Verfügung stand, hat sich die Geschäftsführung für den geordneten Weg eines Sanierungsverfahrens entschieden“, heißt es in eiern Aussendung.
Die Christof Industries Austria GmbH mit Sitz in Graz steckt erneut in der Krise. Das Unternehmen mit 180 Mitarbeitern an den Standorten Graz, Wels und Wien hat am Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten. Es ist bereits das zweite Insolvenzverfahren in kurzer Zeit. Erst 2022 hatte das zur familiengeführten Christof-Gruppe gehörende Unternehmen ein Sanierungsverfahren eingeleitet, das 2023 vorzeitig abgeschlossen wurde. Der damalige Sanierungsplan sei erfüllt worden, heißt es aus dem Unternehmen.
Millionenverlust nach Schiedsspruch
„Ohne den Ausgang dieses einen Schiedsverfahrens wäre die Situation eine völlig andere“, erklärt Johann Christof, CEO der Unternehmensgruppe. Als Familienbetrieb ohne Bankenfinanzierung könne man einen Ausfall dieser Größe nicht aus eigener Kraft überbrücken.
„Christof Industries ist eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit über 170 Jahren Erfahrung und Spezialist für Entwicklung, Bau, Installation und Wartung von Industrieanlagen für Industrie und Energiewirtschaft – mit Fokus auf Dekarbonisierung und Effizienz. Zur Gruppe gehören neben der Christof Industries Austria GmbH Gesellschaften in Rumänien und China“, heißt es in einer Aussendung.
Die Schulden
Neben den 30 Millionen Euro Verbindlichkeiten weist das Unternehmen im Vermögensstatus weitere 32 Millionen Euro an Haftungen aus. Diese würden nur im Fall einer Schließung für nicht fertiggestellte Projekte schlagend, betont das Unternehmen. Genau dieses Szenario will man durch die Fortführung vermeiden.
Auftragsbücher gut gefüllt
Das operative Geschäft sei nicht betroffen, versichert die Unternehmensführung. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, laufende Projekte würden vertragsgemäß weitergeführt. In den vergangenen Jahren habe man wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die für den Sanierungsplan erforderlichen Mittel sollen aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden.
Begleitet wird das Verfahren von Insolvenzrechtsexperte Clemens Jaufer. Die Gesellschaften der Gruppe in Rumänien und China sind von dem Sanierungsverfahren nicht betroffen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



