Statistisches Jahrbuch: So steht es um Zuwanderer in Österreich

Politik

2,5 Millionen Menschen in Österreich haben Migrationshintergrund, das sind 28 Prozent der Gesamtbevölkerung. Und hört man Stephan Marik-Lebeck von der Direktion Bevölkerung bei Statistik Austria zu, dann wäre es gut, wenn diese Zahl weiter ansteigt. Aufgrund der anhaltend negativen Geburtenbilanz droht Österreich sonst zu schrumpfen.

Die größte Zuwanderergruppe bilden weiterhin die Deutschen, dahinter folgen Rumänen, bei denen auch der größte Zuwachs verzeichnet wurde. Laut „Migrationserhebung“, die die Statistik Austria unter 5.400 Personen durchgeführt hat, fühlen sich drei von vier Zuwanderern Österreich zugehörig – am stärksten Syrer und Afghanen (83 bzw. 80 Prozent), am wenigsten Ukrainer. Letztere sprechen auch am wenigsten Deutsch.

Zahlen vs. Politik

Es sind Daten aus dem Statistischen Jahrbuch 2026, die nicht so recht in die politische Agenda von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) passen. Aber Bauer wäre nicht Bauer, ließe sie sich davon beirren. So erklärt der Statistiker am Freitag im Kanzleramt vor Journalisten, dass Zugewanderte im Schnitt eine höhere formale Bildung vorweisen als die österreichische Durchschnittsbevölkerung. Er spricht sogar von „hoch qualifizierter Zuwanderung aus dem Ausland“.

Was die Ministerin, als sie am Wort ist, aufgreift. „Deutsche und Ungarn, die hier leben, arbeiten und erhalten sich selbst“, sagt sie, und zieht eigene Zahlen hervor: So gebe es bei vier von zehn Zuwanderern aus Fluchtländern Alphabetisierungsbedarf; bei knapp der Hälfte sogar in der eigenen Muttersprache. „Viele kommen ohne jegliche formale Bildung zu uns“, betont Bauer. Der Durchschnittswert beim Bildungsniveau dürfe „nicht darüber hinwegtäuschen, wo wir in Wahrheit die Herausforderungen haben. Hier gibt es nichts zu beschönigen.“

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Aufschlussreich findet sie etwa die Statistik zur Erwerbstätigkeit: Während unter den Österreichern ohne Migrationshintergrund fast gleich viele Männer wie Frauen arbeiten, beträgt der Unterschied zwischen Migrantinnen und Migranten zehn Prozentpunkte (64 Prozent der Frauen, 74 Prozent der Männer). Unter den Staatsangehörigen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak arbeiten sogar nur 29 Prozent der Frauen (Männer: 65).

Probleme verschleppt

Frauen aus diesen Ländern seien häufig abgeschottet, wüssten nicht einmal, welche Angebote es in Österreich für sie gäbe. „Wir dürfen diese Frauen nicht zurücklassen, sonst verschleppen sich die Probleme. Ihre Kinder bekommen vorgelebt, dass man in Österreich auch ohne Deutsch auskommt und von Sozialleistungen leben kann“, erklärt Bauer. Die von ihr geplante Integrationspflicht sehe sie als wichtige Maßnahme – „denn erreichen wir die Frauen, dann erreichen wir auch die Kinder“.

Zurück zur Statistik: Darin lässt sich ablesen, dass jene, die häufig Kontakt mit Zuwanderern haben, das Zusammenleben deutlich positiver bewerten als jene, die selten oder nie Kontakt haben. „Da, wo die Menschen einander begegnen, funktioniert es“, so Bauer. Arbeit schaffe diese Begegnung, zudem würden Werte vermittelt und der Umgang mit der deutschen Sprache geübt.

Die Ministerin betont nochmals die drei Säulen, auf die es aus ihrer Sicht bei der Integration ankommt: „Wer unsere Sprache beherrscht, für sich und seine Familie sorgen kann und nach unseren Werten lebt, der soll in Österreich alle Chancen haben.“

Start mit 1. Jänner 2027?

Die Regierung plant eine Reform der Sozialhilfe, Bauers Integrationsverpflichtungsgesetz ist Teil des Pakets. So sind Kürzungen von Leistungen vorgesehen, wenn Zuwanderer die Integrationsangebote nicht in Anspruch nehmen. Bauer betont, dass das Paket mit 1. Jänner 2027 in …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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