Die Republikaner bejubeln JD Vance schon als Trump-Erben

Politik

Leicht gemacht hat es Donald Trump seinem Vize noch nie. Auch beim Parteitag in Dallas nicht: Beim zweitägigen „Trump-a-Palooza“ mit mehr als 100 Rednern sollte die Stimmung für die Midterms im November gehoben werden – die Partei steht denkbar schlecht in Umfragen da und könnte im Herbst beide Kammern im Kongress verlieren.

Allein: Schon bei den Ticketverkäufen – die waren um bis zu 20.000 Dollar angeboten worden – haperte es, die Organisatoren verschenkten zu guter Letzt sogar Eintrittskarten. Trump selbst ist nicht mehr der Magnet, der er einst für die Partei war – seine Umfragewerte sind historisch schlecht. Bei seinem zweistündigen Auftritt erhielt er zwar langen Applaus, frenetisch war der Jubel aber nicht gerade.

Spagat geschafft

Dafür dürfte der Auftritt von JD Vance Eindruck hinterlassen. Trumps Vize, der im vergangenen Jahr den sehr undankbaren Job hatte, die mitunter nicht ganz geradlinige Politik seines Präsidenten zu erklären, wurde bereits mit begeisterten „JD, JD“-Rufen empfangen. Er schaffte dann auch den Spagat, sich von seinem Chef zwar nicht zu distanzieren, seine Politik aber nicht allzu sehr zu loben.

Das gelang ihm über Umwege: Vance – selbst überzeugter Kriegsgegner und damit im Dissens mit Trumps Iran-Linie – erinnerte an Charlie Kirk, jenen rechten Aktivisten, der vor einem Jahr bei einem Auftritt erschossen worden war. „Charlie hasste den Krieg“, sagte Vance, der sich sonst öffentlich nie zum Thema Iran äußerte. Der Krieg gilt als extrem unpopulär unter den US-Amerikanern, könnte aber noch lange dauern: Das Wall Street Journal berichtete, dass Trumps enger Kreis damit rechnet, dass er nicht bis zum Ende seiner Amtszeit endet.

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Daneben dienten Vance ihm die Demokraten als dankbares Feindbild. „Radikale“ seien sie, die sich mit ihren „woken Ideen“ von seinen Kindern „fernhalten sollen“, sagte er. Manchen unterstellte er gar, bei den Attacken der Hamas auf Israel am 7. Oktober gejubelt zu haben – eine Beschuldigung ohne Basis.

„Wichtigste Rede“

Der Jubel für seine Rede „berauschend“, schrieben Beobachter danach, US-Medien sprechen bereits von der „wichtigsten Rede seiner Amtszeit“. Zentral dabei war wohl auch, dass er seine Kandidatur für die Wahl 2028 ein wenig nebulös bejahte: Ein Zuschauer rief ihm entgegen, er solle dann ins Rennen gehen. Vance, der das Thema bisher vermieden hat, um Trump nicht ins Gehege zu kommen, antwortete darauf lächelnd: „Wir müssen unsere Aufgaben im November erst mal erledigen, dann denken wir darüber nach, was als Nächstes kommt.“

Umfragen belegen, dass er der wohl geeignetste Kandidat dafür wäre: 43 Prozent sehen ihn als legitimen „Trump-Erben“, sein größter Konkurrent, Außenminister Marco Rubio, kommt nur auf 21 Prozent. Er hatte auf eine Teilnahme beim Parteitag verzichtet – man mutmaßt aus Angst, Trumps schlechte Werte könnten auf ihn abfärben.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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