Drastischer Anstieg der Gaspreise: Auswirkungen auf EU-Länder unterschiedlich

Wirtschaft

Die Mitgliedsstaaten der EU sind auf die Auswirkungen eines potenziellen drastischen Anstiegs der weltweiten Gaspreise unterschiedlich gut vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Simulation im Rahmen eines Projekts des europäischen Raumbeobachtungsprogramms (ESPON). Demnach sind Länder mit einem höheren Anteil an erneuerbarer Energie oder Kernenergie besser gerüstet, positiv wirkt es außerdem, wenn Gas aus unterschiedlichen Quellen bezogen wird.

In West-, Nord- und Südeuropa, etwa in Deutschland, Österreich, Frankreich, Skandinavien sowie in Spanien, Portugal und Italien würden die Auswirkungen eines Gaspreisschocks auf die Inflation demnach geringer ausfallen. Östliche EU-Mitgliedsstaaten, wie Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die baltischen Staaten sowie Teile Rumäniens wären dem gegenüber am stärksten negativ betroffen, geht aus der ESPON-Analyse hervor. Das entsprechende Projekt wird vom Wiener Forschungsinstitut CESAR (Centre of Economic Scenario Analysis and Research) koordiniert.

Abhängigkeit von fossilen Importen macht verwundbarer

„Länder mit höherer Energieeffizienz, stärker diversifizierten Energiesystemen und einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Importen sind besser gegen solche Schocks geschützt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Nach Wirtschaftssektoren wären vor allem energieintensive Unternehmen, etwa in der Metall-, Zement oder Glaserzeugung, Raffinerien und die Chemieindustrie von einem Gaspreisschock betroffen. In der Energiewirtschaft würden sich hohe Gaspreise vor allem in Form von steigenden Strompreisen niederschlagen, weil Gaskraftwerke in den EU-Ländern in unterschiedlichem Ausmaß in der Stromerzeugung eingesetzt werden.

Die Simulation zeigt, dass eine weitere Diversifizierung der europäischen Bezugsquellen für Gas die Auswirkungen eines drastischen Preisanstiegs deutlich abmildern kann. Zusätzlich können nationale Eingriffe in die Strompreise helfen. Gleichzeitig seien regional unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll, die die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Importen verringern, etwa der Ausbau der erneuerbaren Energien. 

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In der Studie wird hier vor allem auf die Länder in Zentral- und Osteuropa verwiesen, in denen hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gepaart mit begrenzter fiskalischer Flexibilität die negativen Auswirkungen eines Gaspreisschocks verschärft.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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