Österreich im Daviscup: Musketiere und die Schande von São Paulo

Sport

Nach fast zwei Jahrzehnten kehrt der Davis Cup wieder in den Prater zurück. Auf der Anlage des Wiener Athletiksport Clubs (WAC) kämpft das KURIER Austria Davis Cup Team am Freitag und am Samstag gegen Belgien um den Einzug in das Final-8-Turnier.

Gelegenheit für eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den denkwürdigsten Momenten der rot-weiß-roten Davis-Cup-Geschichte.

Die drei Musketiere

Die größten österreichischen Sternstunden im Davis Cup werden mit drei Namen verbunden: Thomas Muster, Horst Skoff und Alexander Antonitsch. Die drei Musketiere, wie diese drei völlig unterschiedlichen Typen genannt wurden, führten Österreich 1988 erstmals überhaupt in die Weltgruppe.

Ein 5:0-Erfolg gegen England auf einem kleinen Tennisplatz in Zell am See war das erste Kapitel für eine Erfolgsstory, die heute jeder österreichische Tennisfan erzählen kann. 

„In Zell am See haben wir noch vor Verwandten und Bekannten gespielt, im Wiener Dusika-Stadion dann wenig später vor einem enthusiastischen Publikum“, erinnert sich Alexander Antonitsch.

Tennis-Show im Fußballstadion

Wer hierzulande „Davis Cup“ hört, der denkt zwangsläufig an den geschichtsträchtigen Schlagabtausch mit dem US-Team im September 1990. Für dieses Semifinale war das Ernst-Happel-Stadion, das seinerzeit noch Wiener Stadion hieß, zu einem riesigen Centrecourt umgewandelt worden. 17.000 Fans pro Tag bedeuteten damals einen europäischen Besucherrekord für Davis-Cup-Matches.

Thomas Muster bescherte dem österreichischen Team mit Siegen gegen die US-Stars Michael Chang und Andre Agassi zwei Punkte, die entscheidende Partie zwischen Horst Skoff und Michael Chang war an Dramatik nicht zu überbieten. 

Der Kärntner lag bereits 2:0 in Sätzen voran, nach dem dritten Satz musste das Spiel abgebrochen werden. Einen Tag später setzte sich Chang dann durch.

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12:10 im 5. Satz 

Für das Prestigeduell gegen Deutschland wurde 1994 am Schwarzlsee in Unterpremstätten eine Halle für 11.000 Besucher errichtet. Unvergessen bleibt vor allem das Match von Thomas Muster gegen Wimbledon-Sieger Michael Stich, das der Steirer nach Abwehr eines Matchballs im fünften Satz mit 12:10 für sich entschied. 

Für Österreich kam dennoch das Aus, weil Horst Skoff das entscheidende Match gegen Marc-Kevin Göllner verlor.

Rüpel Paolo Canè

Früher ging es im Davis Cup traditionell heiß her, und nicht selten wurde im Publikum auf das Quiet, please des Schiedsrichters gepfiffen. So auch im Frühjahr 1990 im Dusika-Stadion, als Thomas Muster es im Viertelfinale mit dem Italiener Paolo Canè zu tun bekam. Es stellte sich bald heraus: Hunde, die bellen, beißen auch.

Canè beschwerte sich lautstark über die Pfiffe auf den Rängen, den Ärger des impulsiven Italieners bekam ein Zuschauer in der Loge zu spüren, dem Paolo Canè mit dem Schläger auf die Finger klopfte. Die Oberhand auf dem Platz behielt dann Thomas Muster, der in fünf Sätzen gewann.

Skoffs Marathon

Dass bis heute bei den großen Turnieren in Österreich und heimischen Davis-Cup-Partien „Hooorsti“-Rufe zu vernehmen sind, hat vor allem mit einem Match zu tun: Mit Horst Skoffs († 2008) legendärem Sieg gegen Mats Wilander im Jahr 1989. 

Der damals 20-jährige Kärntner kämpfte den siebenfachen Grand-Slam-Sieger mit 6:7, 7:6, 1:6, 6:4, 9:7 nieder. Spieldauer: 6 Stunden und 4 Minuten, die längste Partie eines ÖTV-Spielers im Davis Cup. 

Der Kraftakt blieb am Ende unbelohnt, die Österreicher, die ohne Leithammel Thomas Muster auskommen mussten, unterlagen den Schweden im Viertelfinale der Weltgruppe mit 2:3.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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