Militärexperte: Putin plant kein Ende des Krieges in naher Zukunft

Politik

Der Krieg in der Ukraine wird zumindest über den Winter wohl noch weitergehen, erwartet der österreichische Militärexperte Franz-Stefan Gady.

Aus seiner Sicht ist die Einnahme der Großstädte Slowjansk und Kramatorsk im Donbass das Minimalziel Russlands, um allenfalls in Friedensverhandlungen einzutreten. Das zeichne sich aber nicht ab. Derzeit gebe es auch „keinerlei Anzeichen, dass (Russlands Präsident Wladimir) Putin vorhat, den Krieg in naher Zukunft zu beenden“.

„Erst wenn diese Städte fallen oder im Begriff sind zu fallen, würden aus russischer Perspektive erste Verhandlungen stattfinden“, sagte Gady am Donnerstagabend in einer Diskussion mit Mitgliedern des Verbands der Auslandspresse und der Vereinigung der Europajournalisten (AEJ).

In wenigen Wochen würden der Winter einsetzen und die Bäume ihre Blätter verlieren, was die Verteidiger begünstigt. Wenn die russische Armee bis dahin nicht zumindest die ersten Häuserreihen von Kramatorsk erreicht und sich dort „eingenistet“ habe, werde es über den Winter schwierig, diese Städte einzunehmen. In Summe sei es daher schwer vorstellbar, dass es vor dem Frühling zu Verhandlungen kommt.

Vorteil für Russland im Kriegsgeschehen

Im Kriegsgeschehen sieht Gady einen Vorteil für Russland gegenüber der Ukraine. Russland habe seit 2022 bei Mittel- und Langstreckendrohnen wie auch bei Ballistischen Raketen und Marschflugkörpern enorme Fortschritte gemacht. Er habe aber auf der anderen Seite keine Hinweise gefunden, dass die Fähigkeit der Ukraine, mit Drohnen Ziele in einer Entfernung von 30 bis 100 km zu treffen, im südlichen Donbass den russischen Vorstoß in irgendeiner weise gestoppt hätte.

Zwischen Westeuropa und Russland herrsche kein Krieg aber ein „kriegsähnlicher Zustand“ oder ein Zustand „zwischen Krieg und Frieden“, meint Gady. Sollte Russland gegen ein NATO-Land Krieg führen, dann überwiegend aus der Luft. Denn der Westen habe nicht die Fähigkeit zur Abwehr dieser russischen Waffen, so Gady. Insbesondere könne man der großen Menge an Drohnen und Raketen, die in Russland produziert werden, zumindest die nächsten ein bis zwei Jahre nichts entgegensetzen. Im Gegensatz dazu schließe er eine Landinvasion derzeit aus, solange Russland in der Ukraine keinen rascheren Fortschritt erziele und nicht von dort Soldaten abziehen könne.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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