
Wenn am Freitag die win2day-ICE-Hockey-League startet, dann ist einiges neu. Mit Mailand ist ein 14. Team dabei, der VSV schaffte es gerade noch, den Konkurs abzuwenden und startet in Feldkirch. Die Vienna Capitals (Freitag in Bozen) gehen mit einem Rekordbudget und dem neuen Trainer Mike Stewart in die Saison, in der nach drei Jahren wieder der Einzug ins Viertelfinale gelingen soll. Der 54-jährige Stewart, zuletzt 14 Jahre in Deutschland tätig, spricht über die alten Zeiten, seinen Plan und seine Therapie abseits des Eises.
Für die jüngeren Eishockeyfans und KURIER-Leser: Wie kamen Sie zu Mike Tysons Spitznamen Iron-Mike?
Ganz ehrlich, das war mir immer ein bisschen peinlich. Ich bin ein großer Box-Fan und habe sogar als Amateurboxer trainiert, um im Eishockey ein bisschen tougher zu werden. Boxer sind unglaublich fit. Ein Teil meines Jobs im Eishockey war damals auch das Fighting. Als ich in Villach war, war „Iron Mike Tyson“ in der Boxwelt noch sehr präsent. Ich hatte damals vielleicht mehr als ein paar Fights.
Wenn Sie das mit dem heutigen Eishockey vergleichen: Ist es gut, dass diese Zeiten vorbei sind?
Wahrscheinlich ist das auch besser so. Heute sind die Spieler schneller und talentierter. Meine Zeit als Spieler ist schon lange her, und Eishockey schaut heute ganz anders aus als in den 90er-Jahren.
Gab es damals einen Spieler, den Sie gefürchtet haben – in Österreich oder Nordamerika?
Absolut. Aber es ist nicht so, dass ein mutiger Mann keine Angst fühlt. Der mutige Mann geht trotzdem da durch. Damals hat jeder mit Angst gespielt. In den 90er-Jahren hatte jede Mannschaft vier, fünf oder sechs Monster im Team.
Und in Österreich, als Sie hierhergekommen sind?
Österreich war damals in Europa schon als eine ziemlich harte Liga bekannt. Jede Mannschaft hatte ein oder zwei Jungs, die als Raubeine galten. Phil Lakos hier in Wien, Tavis Hansen in Innsbruck, Mike Siklenka und Tony Iob beim KAC – es gab damals mehrere. Wenn du diese Rolle erfüllst, musst du eine bestimmte Mentalität haben.
Heute würde so ein Spieler aber nicht mehr funktionieren. Jeder muss auch sehr gut Eishockey spielen können, oder?
Das war schon damals gerade in Europa und auch in Österreich interessant. Die Tough Guys waren vorhanden, aber sie konnten Eishockey spielen. Diese Mischung war mein Vorbild. Ich habe in der NHL immer Scott Stevens und Mark Messier bewundert. Beide haben eine Balance zwischen Gewalt und Eleganz gefunden.
Wie schwierig war der Übergang vom Spieler zum Trainer?
Brutal schwierig. Mein Körper hat mich innerhalb einer Saison abrupt gestoppt. Mental war ich aber noch immer ein Spieler. Ich war kurz Co-Trainer in Villach und wurde innerhalb von sechs Monaten ins kalte Wasser geschmissen. Das war mein Start als Cheftrainer. Die Verantwortung habe ich unterschätzt.
Sie waren als Spieler jemand, der sehr viel von sich selbst verlangt hat. Verlangen Sie das auch von den Spielern?
Ich hatte ein paar Mentoren. In meiner ersten und zweiten Saison als Cheftrainer wollte ich am liebsten über die Bande springen und den Jungs helfen. Mein Mentor Larry Huras hat mir gesagt: „Mike, das musst du vergessen. Dein Job ist es, bevor die Fans im Stadion …read more
Source:: Kurier.at – Sport



