Davis Cup: Österreich gegen Belgien um das Ticket nach Bologna

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Im Wiener Prater fällt am Freitag (13 Uhr, ORF1) der Startschuss für ein ganz besonderes Tennis-Wochenende. Nach 18 Jahren Pause ist der Davis Cup wieder in der Bundeshauptstadt zu Gast. Auf dem Gelände des Wiener Athletiksportclubs (WAC) wurden für das Duell mit Belgien ein Stadion für bis zu 5.000 Zuschauer errichtet. Für Österreich geht es dabei um weit mehr als nur ein Heimspiel: Mit einem Sieg gegen Belgien würde das KURIER Austria Davis Cup Team zum zweiten Mal in Folge das Ticket für das Final 8 in Bologna lösen. Zudem hat sich die Ausgangslage in den vergangenen Tagen deutlich verändert. Kapitän Jürgen Melzer spricht mittlerweile von einer „50:50-Partie“.

Neue Ausgangslage

Alexander Blockx (ATP 27) und Raphaël Collignon (ATP 47) fehlen den Belgiern. Damit führt Zizou Bergs (ATP 38) das Team von Kapitän Steve Darcis an. Gauthier Onclin (ATP 164) und Kimmer Coppejans (ATP 223) wurden nachnominiert. Für Österreich eröffnet Jurij Rodionov (ATP 142) am Freitag ab 13 Uhr gegen Onclin, anschließend trifft Lukas Neumayer (ATP 180) auf Bergs.

„Wenn es nach der Papierform geht, kann der Jurij uns 1:0 in Führung bringen und würde dann auf Bergs Druck ausüben, damit der Lukas frei drauf losspielen kann“, erklärte Melzer nach der Auslosung.

Am Samstag folgt das Doppel mit Lucas Miedler (Doppel/ ATP 24) und Davis-Cup-Debütant Neil Oberleitner (Doppel/ ATP 41) gegen Sander Gille (Doppel/ ATP 55) und Joran Vliegen (Doppel/ ATP 175). Auch wenn das Duell nach drei Matches entschieden ist, würde ein weiteres Einzel gespielt werden. Das fünfte Duell findet nur statt, wenn es noch keinen Sieger gibt.

Rodionovs „besonderes“ Heimspiel

Für Rodionov ist der Auftritt ein besonderes Heimspiel: „Ich habe für den WAC jahrelang Klubmeisterschaften gespielt, deswegen freut es mich umso mehr, in Wien spielen zu dürfen.“ Zum bereits zwölften Mal wurde er für den Davis Cup nominiert. Seine Botschaft an die Teamkollegen, die noch nicht so oft dabei waren, ist klar: „Solange man 100 Prozent gibt, immer kämpft, nie aufgibt, kann dir keiner böse sein.“

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Auch Neumayer geht mit Rückenwind in das Duell. Beim dramatischen 3:2-Erfolg gegen Japan im Februar hatte er einen wichtigen Punkt geholt. „Ziel ist einmal, dass ich morgen die Leistung bestätigen kann von Japan“, sagt der 24-Jährige. Der Davis Cup sei für ihn vor allem deshalb speziell, weil man „nicht nur für sich selber spielt, sondern für das Team“.

Oberleitner: „Meine ganze Familie kommt“

Besonders gespannt blickt man auf das neu formierte Doppel Miedler/Oberleitner. Für Oberleitner wird das Wochenende ohnehin zu einem Meilenstein. Der 25-Jährige feiert sein Davis-Cup-Debüt ausgerechnet in seiner Heimatstadt. „Meine ganze Familie kommt zum Zuschauen“, sagt der frischgebackene ATP-Turniersieger.

Sein erfolgreiches Jahr, in dem er sich im Doppel-Ranking von Platz 180 in Richtung Top 40 gespielt hat, gibt ihm zusätzlich Selbstvertrauen: „Ich kann mich nicht mehr wohler fühlen, ich kann nicht mehr vor Selbstvertrauen strotzen.“

Hexenkessel WAC

Tausende Fans sollen im provisorischen Stadion im Prater für Heimspielatmosphäre sorgen. „Wenn du vor ausverkauftem Haus zu Hause antreten kannst, mit den Zuschauern im Rücken, sind da einfach ein paar Prozent mehr drinnen“, weiß Melzer. ÖTV-Präsident Richard Grasl hofft auf einen „Hexenkessel“. Für ihn gehört auch der emotionale Moment des Einmarschs und der Bundeshymne zu den Höhepunkten.

18 Jahre nach seinem eigenen Davis-Cup-Auftritt in Wien kehrt Melzer nun als Kapitän zurück. 2008 hatte Österreich gegen die USA verloren. „Von der Stimmung her sehr gute Erinnerungen an 2008, ergebnistechnisch nicht so“, sagt Melzer mit einem Lächeln. „Ich hoffe, dass wir das am Wochenende umdrehen können.“ Melzer weiß bereits, wie nach einem Sieg gefeiert werden könnte: „Es wird wahrscheinlich die eine oder andere Karaoke-Bar werden. Das ist so ein bisschen Tradition.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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