Einstiges Heurigenparadies im Norden Wiens: Nur sie trotzten dem Aus

Wirtschaft

Das kleine Jedlersdorfer Grätzel, knapp nach der Nordbrücke und nur einen Abzweiger von der frequentierten Brünner Straße entfernt, war ein regelrechtes Heurigenparadies. Rund um die Amtsstraße konnte der durstige und hungrige Gast zwischen einer Vielzahl an Wirten wählen. Da gab es den Petz-Wachter, zu dem mein Großvater immer einkehrte. Den urigen Fuchs, dessen Öffnungstage meine Eltern kaum erwarten konnten oder den Bernreiter, bei dem die Tante jeden runden Geburtstag feierte. Noch heute finden Familienfeste in dieser Heurigengegend statt, doch die Auswahl ist kleiner geworden.

Den Petz-Wachter gibt es schon lange nicht mehr, dem Heurigenlokal „Zum alten Haus“ von der Familie Binder fehlte irgendwann die Nachfolge. Die Familie Bernreiter plagte u. a. die Personalthematik und ist seitdem nur mehr ein „Heuriger auf Anfrage“. Und der Fuchs erfand sich nach langer Pause als Event-Heuriger neu. Nur die Heurigen Christ und Lentner (sowohl Richard als auch Karl) hielten sich über Jahrzehnte konstant. Sie freuen sich bis heute über volle Gaststuben, aber nicht weil die Zahl der Mitbewerber gesunken ist – sondern weil sie trotz langer Tradition nie dem Stillstand verfallen sind, sagt Rainer Christ. Der Kunde sei heute schließlich mündiger und mobiler denn je. Gefällt es ihm einmal nicht, ist er schnell woanders. Fraglich ist, ob er dann wiederkehrt.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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