Fünf bekannte Privatbrauereien lagern ihr Schankanlagen-Geschäft aus

Wirtschaft

Fünf österreichische Privatbrauereien wagen einen ungewöhnlichen Schritt: Stiegl, Zwettler, Hirter, Mohren und Murauer legen ihr Geschäft mit Schankanlagen zusammen und geben es in die Hände eines neuen Gemeinschaftsunternehmens.

Geschäftsführer ist Anton Kammerlander. Er war 15 Jahre lang bei Stiegl beschäftigt und zuletzt für das Schanktechnik-Geschäft mit 40 Mitarbeitern verantwortlich. Im April 2026 gründete er die Schankwerk GmbH mit Sitz in Neumarkt am Wallersee. Der bisherige Alleingesellschafter Kammerlander bleibt mit 40 Prozent größter Anteilseigner.

Die Stieglbrauerei zu Salzburg GmbH, Österreichs größte Privatbrauerei, folgt mit 20 Prozent. Die vier anderen Brauereien – Privatbrauerei Zwettl Beteiligungs GmbH, Brauerei Hirt Holding Gesellschaft m.b.H., Mohrenbrauerei Vertriebs GmbH & Co KG und Brauerei Murau eGen – halten künftig jeweils zehn Prozent. 

Die Schankwerk GmbH handelt mit Zapfanlagen, montiert und wartet sie. Neben dem gewerblichen Vertrieb von Schankmaterial und computergesteuerten Getränke-Automaten soll das Unternehmen auf die Fernwartung von Zapfsystemen spezialisiert sein. Wie viele Mitarbeiter das neue Unternehmen von den fünf Brauereien übernehmen wird, ist unklar.

Marktführer Brau Union

Der Zusammenschluss dürfte schon länger geplant gewesen sein. Denn die Privatbrauereien stehen unter Druck: Die Heineken-Tochter Brau Union dominiert den österreichischen Biermarkt mit einem Anteil von etwa 60 Prozent und unterhält 15 Bier-Marken, darunter Gösser, Puntigamer, Zipfer, Wieselburger und Schwechater. Der Konzern betreut österreichweit rund 30.000 Schankanlagen. „Jährlich kommen 1.000 neue Systeme dazu“, so die Brau Union auf Anfrage des KURIER.

Die Bündelung der Schanktechnik könnte den fünf Privatbrauereien helfen, ihre Position zu stärken und effizienter zu agieren. Bisher hatte jede der fünf Brauereien eigene Technik-Teams. Stiegl etwa bietet „Drink-Modul-Schankanlagen“ an, die „den gesamten Schankprozess samt Kellertechnik und Kassensystem aufeinander abstimmen“.

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Bei Störfällen können Gastro-Betriebe brauereieigene Notfall-Hotlines anrufen. Daneben gibt es in Österreich weitere 120 private Betriebe, die Getränkesysteme servicieren und reparieren.

Strategischer Hebel

Für Brauereien ist das Schankanlagen-Geschäft ein strategischer Hebel: Die Zapftechnik wird Gasthäusern und Restaurants meist kostenlos oder per Leasing- oder Mietvertrag überlassen. Im Gegenzug verpflichten sich die Gastro-Betriebe vertraglich zur Abnahme einer bestimmten Menge an Bier oder anderen Getränken. Mit den Anlagen lassen sich meist auch alkoholfreie Durstlöscher und Limonaden zapfen. 

„Am häufigsten sind diese Anlagen verliehen, das bedeutet, dem Kunden wird das zum Ausschank benötigte Equipment von der Brau Union zur Verfügung gestellt“, erklärt der Marktführer.

Auffällig schweigsam

Indes wurde der Zusammenschluss zur Schankwerk GmbH kürzlich bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet. Die Brauereien und Kammerlander halten sich bedeckt. Von Stiegl heißt es dazu: „Wir bitten um Verständnis, dass wir den Sachverhalt nicht näher kommentieren möchten.“ Erst nach Freigabe des Deals durch die BWB wollen sich Stiegl, Zwettler-Chef Karl Schwarz und Anton Kammerlander dazu äußern.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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