Mozarts „Requiem“ in Eisenstadt: Ergreifende Totenmesse im prachtvollen Ambiente

Kultur

Sanft und ruhig, scheinbar schwerelos schien die schlichte Musik fast in den Himmel zu entschweben, eine Musik von trauriger Schönheit: „Da pacem Domine“ von Arvo Pärt war dem Konzert beim Herbstgold Festival im prachtvollen Haydn Saal des Schlosses Esterhazy vorangestellt. Ursprünglich a-cappella für vierstimmigen, gemischten Chor komponiert, dessen biblischer Text für die Bitte um Frieden steht, war das kurze aber eindringliche Werk diesmal in der Version für Streichorchester – ebenfalls vom estnischen Komponisten – in feiner Ausgewogenheit zu erleben.

Pausenlos ging es dann zum Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart über, bei dem die große Stunde des Chores schlug.

Glasklar, intonationsrein und homogen hörte man dessen Sängerinnen und Sänger. Wieder einmal konnte der Wiener Singverein (Leitung: Johannes Prinz) beweisen, dass er zu den Spitzchören Österreichs zählt.

Mit feierlichem Ernst, dunklen Farben und der gewünschten düsteren Stimmung wurde das Werk vom Chamber Orchestra of Europe unter dem Dirigat von Julian Rachlin – bekanntlich auch Intendant des Festivals – musiziert. Er reizte weite dynamische Bandbreiten und großen Spannungsbögen weidlich aus. Auch die große Eindringlichkeit faszinierte. Tröstlich und feierlich schwebte nach einer großen Steigerung das mächtige „Amen“ als Abschluss des „Lacrimosa“ im Raum. Hier beendete Mozart seine Komposition.

Alle Schlüsselstellen des „Opus ultimum“, das von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr vervollständigt wurde, waren ergreifend zu hören. Dazu sang auch ein homogenes Solistenquartett mit der exzellenten, glockenreinen Miriam Kutrowatz (Sopran), der warmstimmigen Johanna Krokovay (Mezzosopran), dem feinen Jan Petryka (Tenor) und dem noblem Matthias Winckhler (Bass). Starker Applaus!

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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