
Ausgerechnet beim KTM-Heimrennen in Spielberg hat Pedro Acosta seine Durststrecke in der MotoGP beendet. 15 Mal war das einstige Wunderkind in der Motorrad-Königsklasse bereits auf das Podest gefahren, auf seinen Premierensieg musste der 22-jährige Spanier lange warten. Beim Großen Preis von Österreich war es für den „Hai von Mazarron“ endlich soweit. Nicht nur für ihn, sondern auch für seinen KTM-Rennstall war es der krönende Schlusspunkt eines dramatischen Wochenendes.
Am Samstag hatte Acosta den Sieg im Sprint als Führender noch verpasst, weil er zu lange aufs Display schaute, einen Bremspunkt verpasste und drei Runden vor Schluss stürzte. Beim Warm-up am Sonntagvormittag auf dem Red Bull Ring versenkte er seine KTM erneut im Kiesbett. Aber auch von zwei Stürzen ließ sich Acosta nicht entmutigen. Nach seinem Triumph am Sonntag dankte er seinem Umfeld. „Es waren wirklich viele gute Menschen um mich herum, als ich es gestern vermasselt habe. Es ist wunderbar, ihnen das zurückzugeben“, betonte der 22-Jährige.
Es folgten Gratulationen von allen Seiten, besonders beim rot-weiß-roten Motorradhersteller aus Mattighofen kannte die Euphorie keine Grenzen. „Das hätten wir uns vor ein paar Wochen nicht erträumen können“, sagte KTM-Motorsportchef Pit Beirer. „Ich bin der glücklichste Mann auf dem Planeten.“ Nach den finanziellen Schwierigkeiten des Konzerns sowie Motorenproblemen im vergangenen Sommer schlug KTM zurück.
Befreiungsschlag für KTM
Beirer sprach von „großen Emotionen“ und einem „Geschenk für alle“ im Konzern. „Ich bin so glücklich für das Team und die Fabrik, jeder hat so hart dafür gearbeitet. Wir sitzen alle im selben Boot und wir haben so hart gekämpft, um aus der Krise zu kommen. Und wir haben es geschafft, wir sind aus der Krise“, sagte der Deutsche nach dem ersten MotoGP-Sieg seit fast vier Jahren. „Danke an Pedro.“
„Ich bin überglücklich“, sagte auch KTM-CEO Gottfried Neumeister, der in der Box gemeinsam mit Beirer mitgefiebert hatte, bei ServusTV. „Ich freue mich, dass wir geschafft haben, was uns so viele wünschten: Dass Pedro mit uns einen Sieg einfährt.“ Acosta wird KTM nach drei MotoGP-Saisonen verlassen und zu Ducati wechseln, wo er sich mit Superstar Marc Marquez messen wird. Das war auch der Grund, warum sich Acosta von seinem langjährigen Team verabschieden wird. In der Motorrad-WM fuhr Acosta mit KTM zu Titeln in der Moto3 (2021) und Moto2 (2023).
Martin baut WM-Führung aus
Auch die Konkurrenz freute sich mit dem zweimaligen Weltmeister, nachdem dieser in der MotoGP schon siebenmal Zweiter geworden war. „Er hat in den letzten Jahren sehr hart für diesen Sieg gekämpft. Es ist großartig für ihn“, sagte WM-Spitzenreiter Jorge Martin, der seinen Landsmann in Spielberg gefordert hatte und Zweiter wurde. Der Aprilia-Pilot, am Samstag Sprint-Sieger, blickte auf ein „großartiges Wochenende“ zurück, weil er dem fünftplatzierten WM-Rivalen Marc Marquez wieder Punkte abgenommen hatte.
In zwei Wochen biegt die MotoGP mit Rennen in Asien und Australien ins Saisonfinish ein. Martin führt in der Gesamtwertung nach 15 von 22 Rennwochenenden zwölf Punkte vor Marquez, Acosta liegt als Vierter nun 72 Zähler zurück. Das hatte am Sonntag aber kaum Priorität, vor dem Abflug nach Japan genoss der „Hai von Mazarron“ noch in vollsten Zügen seinen Erfolg in der …read more
Source:: Kurier.at – Sport



