Schauspieler Simon Morzé: Aufpassen, „dass die Kultur nicht zertrampelt wird“

Kultur

Obwohl der ROMY-nominierte Schauspieler Simon Morzé erst heuer am 30. Mai seinen 30er feierte, hat er schon zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Branche: 2006 hatte er sein Filmdebüt. Im KURIER-Gespräch zieht er Bilanz über seinen Weg in der „schwierigen Branche“, deren Herausforderungen man derzeit auf Grund der Fördersituation noch deutlicher merkt: Morzé ist für mehrere Projekte fix gecastet, die aber auf die Finanzierung warten. Demnächst dreht er eine Serie, über die man aber noch nichts erzählen darf.

„Es ist ein Beruf, der intensive Projekte mit sich bringt, aber dann auch wieder längere Phasen, in denen nichts da ist“, sagt Morzé , der unter anderem in der Hauptrolle im Film „Der Fuchs“ glänzte und für den Landkrimi „Schnee von gestern“ im ROMY-Rennen ist.

Sorgt man sich da, wenn lange nichts ist? „Das Gefühl gibt es, man muss lernen, mit solchen Stehzeiten umzugehen. Der Beruf hat Höhen und Tiefen, aber ich hatte in meinem Berufsleben bisher immer das Glück, dass wenn sich so ein Gefühl gemeldet hat, das nächste Projekt gekommen ist.“

Bei den Filmen und Serien, die dann beim Publikum ankommen, liegen die Dreharbeiten zuweilen schon Jahre zurück – etwa bei „Schnee von gestern“, der 2023 gedreht und 2026 ausgestrahlt wurde. Hat man dann zu so einem Projekt überhaupt noch eine Beziehung? „Ja“, sagt Morzé. „Man freut sich jedes Mal und man vergisst diesen Film auch nicht, bis er beim Publikum angekommen ist. Ich habe immer das Gefühl: Ein Film muss zu den Menschen, bevor ich ihn abhaken kann“.

  Der Beste war schon

Er freue sich dann auch, wenn die Menschen „auf mich zukommen, wenn man etwas bewirkt hat mit einem Film. Da habe ich bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Und das ist bei mir in einem Rahmen, in dem sich gut mit dieser Öffentlichkeit leben lässt. Die Welt schaut sicher anders aus, wenn man an Hollywood-Stars denkt, die nicht mehr in Ruhe einkaufen gehen können oder es schwer haben, einfach ein Leben zu führen, ohne dauernd erkannt zu werden.“

Bei neuen Rollen fängt Morzé an, „sich so früh wie möglich vorzubereiten, mich mit Infos und Gedanken zur Rolle zu füttern. Und das dann auch so gut es geht wieder zu vergessen.“ Warum? „Man muss beim Dreh spontan bleiben und den Prozess auch genießen“.

„Es ist ein Privileg, diesen Job ausüben zu dürfen“

Begleiten ihn Rollen ins Privatleben oder auch nach dem Dreh emotional? „Ich bin jemand, dem es nicht so schwerfällt, eine Rolle auch wieder gehen zu lassen. Ich werde immer Simon sein, wenn ich eine Rolle spiele, ich werde mich nie komplett verwandeln. Das ist nicht möglich. Aber ich merke, wenn man sich mit schwierigen Themen auseinandersetzt oder auch mit schwierigen Figuren, dann begleiten einen diese Rollen und Themen bis in die Träume.“

Das ist aber dann schon belastender als andere Jobs, oder? „Woran man sich oft erinnern muss, auch wenn dieser Beruf anspruchsvoll ist: Es ist ein Privileg, ihn ausüben zu dürfen. Und es ist auch Unterhaltung. Wenn ich das mit anderen Berufen vergleiche, würde ich sagen, wir sollten dankbar sein, ihn tun zu dürfen. Wir sollten ihn daher …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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