„Trump TV“ statt „Fake News“: Trump baut sich mediale Parallelwelt auf

Politik

„Fake News“: Kaum ein Vorwurf ist so eng mit US-Präsident Donald Trump verbunden wie dieser. Seit seinem Einstieg in die Politik liefert sich der Republikaner einen Dauerkonflikt mit großen Teilen der traditionellen Medienlandschaft.

Journalisten beschimpft er regelmäßig bei Pressekonferenzen, kritische Berichte tut er als Falschmeldungen ab, Medienhäuser überzieht er mit absurd hohen Klagen oder droht zumindest damit.

Dabei genügt oft schon eine unbequeme Frage, um Trumps Zorn auf sich zu ziehen. Als der langjährige CNN-Korrespondent Jim Acosta dem damaligen US-Präsidenten 2018 bei einer Pressekonferenz kritische Fragen zu angeblichen „Migrantenkarawanen“ aus Mittelamerika stellte, reagierte dieser ungehalten: „Sie sind ein unhöflicher, schrecklicher Mensch“ und legte nach: „Sie sollten nicht für CNN arbeiten“.

Wenig später bezeichnete er den Journalisten gar als „Feind des Volkes“.

„Still, Schweinchen“

Auch andere Reporterinnen und Reporter wurden wiederholt Ziel persönlicher Angriffe. Die CNN-Journalistin Kaitlan Collins nannte Trump etwa eine „widerwärtige Person“, „Quiet. Quiet, piggy“ („Still. Still, Schweinchen“) fuhr er die Bloomberg-Korrespondentin Catherine Lucey im November 2025 an, Katie Rogers von der New York Times nannte Trump „third-rate“ („drittklassig“) und „ugly, both inside and out“ („hässlich, innen wie außen“).

Missfallen dem Präsidenten Fragen der Reporterinnen und Reporter, stellt Trump diese und deren Arbeit als unehrlich, voreingenommen oder inkompetent dargestellt. Kritische Berichterstattung erklärt Trump regelmäßig zu „Fake News“. Besonders Medien wie CNN, die „New York Times“, die „Washington Post“ oder MSNBC zählen seit Jahren zu seinen bevorzugten Gegnern.

Trump stellt immer wieder Behauptungen auf, die von Medien, Behörden oder unabhängigen Faktenprüfern korrigiert werden (müssen). Statt diese Korrekturen zu akzeptieren, wirft er den jeweiligen Medien dann vor, politisch motiviert gegen ihn vorzugehen. Kritiker werfen ihm deshalb vor, sich seine eigene Wirklichkeit zurechtzulegen und jede Berichterstattung, die nicht seinem Narrativ entspricht, pauschal zu diskreditieren.

  Die Merz-Nachfolger, die (noch) nicht nachfolgen wollen

Man denke an den Begriff der „alternativen Fakten“, den Trumps Beraterin Kellyanne Conway geprägt hat und der zum Synonym für Trumps legeren Umgang mit überprüfbaren Tatsachen werden sollte.

Medien ausgeschlossen

War das Verhältnis Medien-Trump schon während seiner ersten Amtszeit angespannt, scheinen die Reibereien in seiner zweiten Amtszeit zuzunehmen. Jüngster Höhepunkt ist der Ausschluss von CNN, MS NOW und Politico aus dem Weißen Haus. Trump begründete die Maßnahme mit angeblicher Falschberichterstattung. Die betroffenen Medienhäuser wehren sich juristisch und berufen sich auf die in der US-Verfassung garantierte Pressefreiheit.

Parallel dazu baut das Weiße Haus seine direkte Kommunikation aus. Mit „Trump TV“ ist zuletzt sogar ein eigener Streamingkanal gestartet, auf dem rund um die Uhr Reden, Termine und Regierungsbotschaften ausgestrahlt werden. Der Präsident verfügt damit über einen direkten Kommunikationskanal, der ohne journalistische Einordnung, kritische Nachfragen oder Faktenchecks auskommt. Das Weiße Haus argumentiert, traditionelle Medien würden zu wenig über die Erfolge der Regierung berichten.

Der Start des Senders geriet allerdings unfreiwillig zur Pointe. Ausgerechnet bei einem Pressetermin des Präsidenten blieb Trump auf dem hauseigenen Livestream minutenlang stumm, weil die Tonübertragung fehlte. Journalisten machten sich anschließend darüber lustig, dass der Präsident scheinbar seiner eigenen Medienstrategie zum Opfer gefallen war. Journalisten des TV-Pools waren anders als üblich nicht mit eigenen Kameras und Mikrofonen vor Ort. Sender stellen bei der Begleitung des Präsidenten generell anderen Medien ihr Material zur Verfügung.

Strategie …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.