Serie „Brothers“: Woody Harrelson und Matthew McConaughey im Stammbaum-Chaos

Kultur

Matthew McConaughey stammt aus Texas, Woody Harrelson stammt aus Texas. Der eine – McConaughey – aus einem gutbürgerlichen Haus, der andere – Harrelson – Sohn einer alleinerziehenden Mutter und eines verurteilten Auftragskillers (wahr!). Seit 30 Jahren sind die beiden Hollywoodschauspieler befreundet (auch wahr). Und mancher will auch gewisse Ähnlichkeiten zwischen den beiden festgestellt haben (na ja). Da war natürlich McConaugheys in einem Podcast vor einigen Jahren erzählte Anekdote, dass seine Mutter den Vater von Harrelson gekannt habe (vielleicht wahr), ein gefundenes Fressen. Denn seit damals kursiert das Gerücht, dass die beiden Männer mehr als Freunde, nämlich (Halb-)Brüder sind.

Wahres Gerücht

Und genau auf diesem „wahren Gerücht“ – so steht es in den Credits – basiert die neue AppleTV-Serie „Brothers“. Hier spielen McConaughey und Harrelson fiktive Versionen ihrer selbst und nehmen sich dabei selbst auf den Arm. Harrelson ist der kiffende Hippie im Batikshirt, McConaughey der absichtlich nachlässig das Hemd heraushängenlassende Feschak. Woody hat Töchter, die ihn ironisch als „Patriarch“ ansprechen, Matthew hat einen Teenagersohn, der in Therapie ist und die Bestrebungen des Vaters, ihm mehr texanische Härte beizubringen (Jagd!), traumatisierend empfindet.

Wegen einer Familienkrise reitet Woody im mit „Love & Peace“-Kunst bemalten Wohnmobil mit der ganzen Meschpoche bei Matthews Familie in Austin ein. Letzterer arbeitet gerade an einer Rede über seinen idolisierten Vater und ist nicht scharf auf die Ablenkung. Aber als Woody ihn dem Computer entreißt und zum „Jackpot Rodeo“ bringt, zeigt sich, wie hier die Rollen verteilt sind: Woody ist der nervtötende Chaot, den aber ein Möchtegern-Perfektionist wie Matthew als Ausgleich braucht. Auf dem Bullen hält sich der Mann, dem seine Mutter das Rodeo zeitlebens verboten hat, um sein hübsches Gesicht zu schützen, eine Sekunde.

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Idee: Sehr gut

Conaugheys Mutter, Ma Mac, (Holland Taylor spielte schon in „Two and a half men“ grandios die Mutter zweier sehr verschiedener Brüder) ist es auch, die die Geschwisterspekulation gegenüber Woody in Gang setzt. Allerdings hat ihre Glaubwürdigkeit Luft nach oben. Zum Frühstück gibt es für sie „Morgenkaffee mit Kahlua, da ist fast kein Wodka drin“.

Die Serie ist der klassische Fall von einer lustigen Idee, der in der Umsetzung ein bisschen die Luft ausgeht. Unterhaltsam ist das selbstironische Spiel aber allemal. McConaughey ist angeblich gegen einen klärenden DNA-Test. Aber vielleicht ist das ja nur ein riesiger PR-Gag.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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