Weitere Millionenpleite in der Lilihill-Gruppe

Wirtschaft

„Als Ursache für die Zahlungsunfähigkeit nennt das Unternehmen eine temporäre Liquiditäts- und Haftungssituation. Konkret führt die Holding Bürgschafts- und Zahlerhaftungen an, die schlagend geworden sind. Hinzu kommen Steuerabgaben aus der Gruppenbesteuerung sowie exekutiv geltend gemachte Forderungen, die das Unternehmen unter Druck gesetzt haben“, teilen Creditreform und AKV mit. „Weitere Gründe sind zeitliche Verzögerungen bei erwarteten Mittelzuflüssen sowie die noch ausstehende Fertigstellung der Jahresabschlüsse 2023 und 2024. Gleichzeitig verweist die Insolvenzschuldnerin auf vorhandene Beteiligungswerte, Forderungspositionen und geplante Verwertungserlöse, die als Grundlage für die Sanierung dienen sollen. Auch Rückzahlungs- und Kompensationsansprüche werden als wesentliche Finanzierungsquellen genannt.

Über das Vermögen der Lilihill Capital Group GmbH wurde am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Das Unternehmen hatte den Antrag selbst gestellt. Zum Sanierungsverwalter wurde Rechtsanwalt Arno Maschke bestellt. Das bestätigen sowohl der AKV als auch Creditreform. Zuvor ist die Lilihill Financial Services GmbH in die Pleite geschlittert.

Die Lilihill Capital Group fungiert als Holding-, Beteiligungs- und Steuerungsgesellschaft der Lilihill-Gruppe und ist mit der Verwaltung, Koordination, Finanzierung und Verwertung von Beteiligungen, Projektgesellschaften sowie sonstigen Vermögenswerten befasst. Von der Insolvenz sind 13 Gläubiger mit Forderungen von 5,9 Millionen Euro betroffen. Angaben zur Zahl betroffener Dienstnehmer liegen bislang nicht vor. Das Verfahren läuft unter der Geschäftszahl 4 S 111/26i am Handelsgericht Wien. Die Lilihill Capital Group GmbH ist unter der Firmenbuchnummer FN214067f registriert.

Vollquote in zwei Raten geplant

Die Lilihill Capital Group will den Betrieb fortführen und bietet den Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 100 Prozent an. Die Rückzahlung soll in zwei Raten erfolgen: 35 Prozent binnen 90 Tagen nach rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplans, weitere 65 Prozent binnen weiteren 90 Tagen. Insgesamt hätten die Gläubiger damit innerhalb von sechs Monaten ihre vollständigen Forderungen zurück.

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Eine solch hohe Quote ist bei Sanierungsverfahren ungewöhnlich und wirft die Frage auf, woher die Mittel in dieser kurzen Zeit kommen sollen. Üblicherweise liegen Sanierungsquoten deutlich niedriger, oft im Bereich von 20 bis 30 Prozent.

Prüfung läuft 

Gläubiger können ihre Forderungen bis 9. November 2026 anmelden. Die Sanierungsplantagsatzung, bei der über die Annahme des Plans abgestimmt wird, ist für den 14. Dezember 2026 anberaumt. Sowohl der AKV als auch Creditreform prüfen derzeit eingehend die Realisierbarkeit des vorgelegten Sanierungsplans.

Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Verwertungserlöse und Mittelzuflüsse tatsächlich in der versprochenen Höhe und Geschwindigkeit realisiert werden können. Kritisch ist dabei insbesondere, dass die Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 noch nicht vorliegen – eine solide Beurteilung der wirtschaftlichen Lage wird dadurch erschwert.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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