13 Klubs, 3 Kontinente: Wohin Alaba diesen Sommer nicht wechselte

Sport

Man muss es anerkennen. Dieser Sommer war ein Triumph des Transferjournalismus. Selten wurde ein vereinsloser Spieler so gründlich vermessen, so oft verpflanzt und so zuverlässig nirgendwo hingeschickt, wie David Alaba. Dreizehn Klubs, drei Kontinente, ein Ergebnis: Udinese Calcio.

Der Reihe nach. Noch bevor der ÖFB-Kapitän am 23. Mai sein letztes Spiel für Real Madrid machte, war er schon in Salzburg. Laut Corriere dello Sport hieß es, Red Bull arbeite an einem Transfer, neben „zahlreichen Klubs aus der MLS und Saudi-Arabien“.

Wie Salz und Pfeffer

Juventus und Milan standen als finanzstarke Konkurrenz im Raum. Die MLS und Saudi-Arabien sollten den Sommer über in keiner Alaba-Meldung fehlen. Sie gehörten dazu wie Salz und Pfeffer auf dem Wirtshaustisch: Keiner hat sie bestellt, aber sie stehen immer da.

Im Juli, mitten während der WM, buhlten dann die Mailänder. Inter sah ihn laut italienischen Medien als Plan B, falls Trevoh Chalobah von Chelsea nicht zu haben sei. Der war dann auch nicht zu haben, weil er nach Como wechselte. Und Alaba wechselte trotzdem nicht zu Inter.

Milan habe „erste Gespräche“ geführt, hieß es. Galatasaray kam auch noch dazu. Alaba selbst sagte damals, nach dem  WM-Aus gegen Spanien, er habe sich über seine Zukunft keinerlei Gedanken gemacht. Damit war er ziemlich allein.

Wildes Treiben

Im September stieg die Frequenz. Am 4. war es Lazio, laut Il Messaggero. Am 6. Manchester United, wobei die Reaktion aus Manchester lautete, man schaue sich am Markt der Vereinslosen gar nicht erst um.

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Am 10. folgte laut OE24.at das „Transfer-Drama“: Club América aus Mexiko habe Alaba abgelehnt und lieber Santiago Ramos Mingo geholt. Ein vierfacher Champions-League-Sieger bekam also einen Korb aus Mexiko-Stadt, und zwar für Verhandlungen, die es KURIER-Informationen zufolge nie gegeben hat.

Hat das irgendjemanden gebremst? Die Frage ist natürlich rein rhetorisch.

Es folgten Inter Miami und die Vancouver Whitecaps, weil die MLS schon ein paar Wochen nicht mehr genannt wurde. Dann – kaum zu glauben – Union Berlin, weil Sportchef Horst Heldt ganz allgemein über prominente vereinslose Spieler gesprochen hatte.

Dann der HSV, dessen Sportvorstand Claus Costa am 22. September ausrichten ließ, Alaba sei „eine herausragende Persönlichkeit und ein herausragender Spieler, aber wir haben uns bewusst für diesen Weg entschieden“. Übersetzt heißt das: danke, nein, und bitte nicht mehr fragen.

Und natürlich durfte auch die Austria nicht fehlen. Frenkie Schinkels meinte in seinem Podcast, wenn dort niemand bei Alaba angefragt habe, gehöre der ganze Vorstand eingesperrt. Aleksandar Dragovic fragte bei Sky zurück, ob wirklich irgendjemand glaube, die Austria sei so blöd, David nicht anzurufen. Die ehrlichste Transfermeldung des Sommers lieferte schließlich Alaba-Papa George am Montag auf der Bruno-Gala. „Ja, sie wollen, David will auch. Im Moment ist es aber zu früh für ihn.“

Zählen wir auf: Salzburg, Juventus, Milan, Inter, Galatasaray, Lazio, Manchester United, Club América, Inter Miami, Vancouver, Union Berlin, HSV und die Austria. Dazu kommt natürlich eine unbestimmte Zahl saudischer Klubs, aber jedenfalls 13 konkrete Klubnamen. Udinese war nicht darunter.

Der Klub liegt in der Serie A übrigens auf Platz 13. Klingt, als hätten die vielen Transferschreiber einfach nur Pech gehabt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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