
Es rennt wieder der Schmäh. Ironisch und zynisch blödelt sich Mike Supancic mit Gesang und Gitarrenklang durch sein neues Programm „Traumhafte Zeiten“, wenn „die halbe Welt den Bach obegeht“.
Der Kapfenberger hat als Alleinunterhalter bekanntlich einen Sinn fürs Boshafte. Und so wurde viel gelacht bei der Premiere Dienstag im Stadtsaal mit einer Albtraum-Hitparade.
Der Kabarettist und stimmenimitatorisch virtuose Parodist generiert mitunter brutalhumorig, aber treffsicher Pointen aus den alltäglich beobachteten Trotteleien.
Er nimmt die chinesischen Billiganbieter und die Videogame-Szene auf die Schaufel, wundert sich über das Brickerl-Comeback, träumt davon, dass die Krankenkasse auf Do-it-yourself-Chirurgie umstellt und reimt bei den „dreistesten Städtebeschimpfungen seit Thomas Bernhard“ auf die Provinz:
„Knittelfeld, du warst immer nur im Mittelfeld“ und „Knittelfeld, wo dem Bürgermeister vom Hirn a Drittel fehlt“. Oder über „Hollabrunn, wo die Kinder an Zutz haben mit Cola Rum“. Da druckt einer Wuchteln zum Schenkelklopfen. Denn das realiter allgemein-natürliche Deppertsein lässt sich trefflich gegen die Künstliche Intelligenz ausspielen.
Sehr böse
Das Personal der One-Man-Show: der Wurzelsepp, der Schamane aus Hernals, Trump, Bruno im Kreisky-Musical, die Hildegard von der Schlupfkipfelhütte, ein Hirtenwaran …
Sehr böse ist er wieder. Der steirisch stylische Gaudibursch bleibt sich treu: Nirgendwo sonst lacht man schöner unter Niveau.
Source:: Kurier.at – Kultur



