
Die deutsche Bundeswehr stellt als Konsequenz aus dem Ukraine-Krieg erstmals ein eigenes Drohnenregiment auf. „Wir werden im Laufe des Jahres 2027 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr aufbauen“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius am Donnerstag bei einem Besuch des Truppenübungsplatzes im niedersächsischen Bergen. Die Bundeswehr ziehe damit ihre Schlüsse aus den Beobachtungen auf dem Gefechtsfeld.
„Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen“, sagte Pistorius. Die Erfahrungen aus der Ukraine würden bei allen Entwicklungen einbezogen. Der neue Verband habe den Auftrag, die Fähigkeiten für Aufklärung, Wirkung und das Abfangen gegnerischer Drohnen zu bündeln, sagte der Minister. Das Regiment werde dabei Reichweiten von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometern abdecken und über eine eigene Kompanie zum elektromagnetischen Kampf verfügen.
„Experimentalserie Land“
Pistorius äußerte sich im Rahmen der „Experimentalserie Land“. Dabei erprobt die Truppe gemeinsam mit der Industrie neue Technologien direkt im Gelände. Dies sei ein „Labor im Gelände“, um innovative Lösungen schneller zu entwickeln. „Wir überlassen es nicht mehr anderen oder denjenigen, die uns am Ende etwas verkaufen wollen, uns das auf den Hof zu stellen, sondern wir erproben das, was schon da ist“, erklärte der Minister. Der Erfolg einzelner Waffensysteme hänge entscheidend davon ab, wie sie in das Gesamtnetzwerk integriert werden könnten. Dies gelinge nur, wenn die Truppe vor Ort zusammen mit den Entwicklungsingenieuren daran arbeiten könne.
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, nannte weitere Details. Das Regiment solle mit einer Anfangsstärke von 300 Soldatinnen und Soldaten aufwachsen und eine Zielstärke von 600 erreichen. Über den Standort sei noch nicht entschieden. Parallel dazu würden unbemannte Systeme weiterhin tief in bestehende Truppengattungen wie Jäger, Aufklärer und Panzertruppen integriert. Zudem sei es das feste Ziel, die für Litauen vorgesehene Brigade 45 vor ihrer Verlegung mit Fähigkeiten zur Drohnenabwehr auszustatten.
Source:: Kurier.at – Politik



